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Rückblicke auf die letzten 10 Jahre Chorgeschichte.

Konzertberichte, Veranstaltungen, Reisen.

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Weihnachtskonzerte am 21. Dezember 2008

Um es vorweg zu nehmen: In diesem Jahr haben uns die beiden Weihnachtskonzerte in der altehrwürdigen Hamburger Laeiszhalle • Musikhalle einige Überraschungen beschert. Zum Ersten kamen so viele Besucher, dass die Kartenvertriebsstelle Hans-Jürgen Grübner (und Frau!) für das Nachmittagskonzert „ausverkauft“ und für das Abendkonzert „nur noch einige Restplätze auf der Galerie“ vermelden konnte. Und zum Zweiten war die Resonanz sowohl während als auch nach den Veranstaltungen derart positiv, dass wir hochmotiviert mit noch mehr Mut und Zuversicht in das neue Konzert- und Probenjahr gehen werden.

Nicht mit einer Rede, sondern mit der stimmgewaltig vorgetragenen „Trösterin Musik“, die an der Orgel von Annerose Witt begleitet wurde, beganndas Programm. Unser Vorsitzender, Peter Hinsch, begrüßte danach die etwa 3000Konzertbesucher und die Ehrengäste, darunter am Abend Polizeipräsident Werner Jantosch, und am Nachmittag Polizeivizepräsident Reinhard Fallak. Beide zeigten sich in ihren Grußworten erfreut, vor so vielen Besuchern auf die Bedeutung des Polizeichores als Mittler zwischen Polizei und Bürgern hinweisen zu können. Ebenso konnte er auch Repräsentanten der befreundeten Polizeichöre aus Schwerin, Lübeck, Kiel, Flensburg, und Bremen, sowie einiger Hamburger Chöre und der Drömlingsänger aus Wolfsburg-Vorsfelde willkommen heißen.211208 WK

Mit dem Ende der Begrüßung übergab er das Mikrofon an unsere diesjährige Moderation, Julia Sen, eine bekannte Fernsehjournalistin des NDR, die - mit einem hinreißenden auberginefarbenen Abendkleid gekleidet- gut vorbereitet darauf hinwies, dass Anton Bruckner oftmals unglücklich verliebt war und daraufhin die „Trösterin Musik“ schrieb. So kann auch verschmähte Liebe zu großen Werken inspirieren ... Es folgten vom PCH vorgetragen, „Im Abendrot“ und weihnachtliche Klänge mit „Friede auf Erden“, „Senora Dona Maria“ und „White Christmas“, dirigiert von unserem Chorleiter, Kazuo Kanemaki, und am Flügel begleitet von der virtuosen Annerose Witt.

Der nächste Höhepunkt wurde von Julia Sen mit dem Auftritt des CANTUS-Mädchenchores aus Kuldiga in Lettland angekündigt. Unter der Leitung von Maruta Rozite und ihrer Co-Chorleiterin Maruta Grigale, am Flügel begleitet von Marta Ozolina, verzauberte er das Publikum. Die Mädchen in ihren grün-roten Trachtenröcken, weißen Blusen mit grünen Westen und verzierten Hauben waren ein bunter Kontrast zu den dunkelblauen festlichen „Zweireihern“ mit Fliege des PCH. Sie sahen nicht nur gut aus, die 8- bis 18-jährigen Mädchen, sie sangen sich auch mit ihren glockenklaren Stimmen, dem herrlichen „Laudate Dominum“ und den danach folgenden vier lettischen Liedern sofort in die Herzen der Gäste. Auf Grund der begleitenden Choreografie wurden diese Lieder „lebendig“ und rissen das Publikum immer wieder zu Beifallsstürmen hin.

Nun trat ein Solist auf, der so gar nicht in die weihnachtliche Stimmung zu passen schien, Rüdiger Funke, im Zivilberuf ein Tischlermeister. Mit Schiebermütze und dunkel gekleidet trat er ans Mikrofon, holte seine Mundharmonika aus der Tasche und spielte, nein zelebrierte, „Bye, bye bird“ von Rice Miller. Mit Tönen, die nicht aus der Mundharmonika zu kommen schienen, hatte er das Publikum binnen kurzem fasziniert. Mit so viel Virtuosität und Gefühl aus einem sonst so schlichten Instrument diese Klangfülle herauszuholen, nötigte allen Respekt und Anerkennung ab, die sich im langanhal-tenden Beifall wiederspiegelte.

Das Klavierkonzert Nr. 23 von Wolfgang Amadeus Mozart, eines von 27 dieses begnadeten Komponisten, wie Julia Sen feststellte, war der erste Beitrag des Jugendsinfonieorchesters Ahrensburg unter der Leitung von Prof. Michael Klaue. Hieraus wurde der 2. Satz A-Dur – KV 488 – präsentiert, am Flügel sehr einfühlsam interpretiert von Maximilian Gillmeister, einem ehemaligen Schüler von Prof. Klaue. Als letztes Stück vor der Pause folgte in voller Besetzung, d.h. PCH, CANTUS-Mädchenchor und Jugendsinfonieorchester Ahrensburg, das „Ave verum corpus“ – KV 618 – von Wolfgang Amadeus Mozart. Ein stimmungsvoller Ausklang des ersten Teiles der Weihnachtskonzerte.

Das erwartungsfrohe Publikum wurde vom PCH nach der Pause mit dem plattdeutschen „De Klocken de lüt“ mit dem Solisten Jochen Harms erneut begrüßt. Es folgte der CANTUS-Mädchenchor mit deutschen Weihnachtsliedern, beginnend mit „Lasst uns froh und munter sein“ über „Süßer die Glocken nie klingen“ und „Fröhliche Weihnacht“ hin zum amerikanischen „Rudolf, the red-nosed reindeer“ und „Jingle bells“ und dem „Weihnachtszug“, den der Chor wiederum mit großartigen begleitendenden Bewegungen und Gesten „ durch den Schnee rollen ließ“. Schließlich sangen die zwei jüngsten Chormädchen „Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen“ in deutscher und lettischer Sprache und wurden neben dem Applaus mit einer mit Süßigkeiten gefüllten Tüte belohnt, die Otto Kadel über-reichte. Das zauberte ein Lächeln selbst auf das Gesicht der Chorleiterin, die bis dahin recht konzentriert geschaut hatte.

Wer dachte, Rüdiger Funke hätte im ersten Teil bereits sein volles Können gezeigt, der sah sich getäuscht. Mit Tommy Dorsey’s „Boogie Woogie“ - ein echtes Kontrastprogramm und damit ein Wagnis - stellte er sich selbst in den Schatten. Die Bass-Begleitung kam regelmäßig wie das Stampfen einer Eisenbahn, dagegen spielten sich im Violinschlüssel ganze „Dramen“ ab, die die Zuschauer immer wieder zu Zwischenapplaus hinrissen. Mit großem Beifall und anerkennenden Pfiffen (in Weihnachts-konzerten!!!) wurde er schließlich von der Bühne verabschiedet.

Mit dem PCH wurde es wieder besinnlicher. „Es kommt ein Schiff geladen“ und „Leise rieselt der Schnee“ waren die Anfangslieder. Aber schon mit „Mary had a baby“ steigerte sich der Chor und mit „The little drummerboy“ setzte er Akzente, bevor mit „Stille Nacht“ dieser Teil weihnachtlich abgeschlossen wurde. Das Finale fand wieder unter Mitwirkung aller Beteiligten statt: „Panis Angelicus“, das Engelsbrot, von Cäsar Franck, zunächst nur Orchester und Mädchenchor und zum Ende hin die kräftigen Männerstimmer des PCH machten das Chorwerk zu einem Erlebnis, das nur noch, wie schon im Vorjahr, übertroffen wurde vom „Halleluja“ aus dem Oratorium „Der Messias“ von G.F. Händel in der Bearbeitung unseres ehemaligen Chorleiters, Walter Heyer. Mit nicht enden wollendem Applaus feierten die Besucher die Gestalter des Programms und alle weiteren Akteure für diese stimmungsvollen Konzerte. Den Sängern war er darüber hinaus Belohnung für die zahlreichen Proben und Sonderproben, die bereits im Sommer begonnen hatten. Der Vorsitzende dankte dem Publikum und überreichte den Dirigenten, Solisten und der Moderatorin Blumensträuße. Dann erklang wie jedes Jahr mit voller Kraft „O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit“ – und auf diese konnte man sich wirklich nach den gelungenen Konzerten freuen.


Weihnachtskonzert mit dem PC Lübeck am Dezember 2008 – Die Zeit war reif...

Manche Dinge brauchen ihre Zeit, wobei mir das alte Lied von den zwei Königskindern in den Sinn kommt: „...das Wasser war viel zu tief.“ In der Tat war viel zu viel Wasser durch Elbe und Trave geflossen, doch nun gab es endlich ein gemeinsames Konzert der beiden Nord- Polizeichöre aus Hamburg und Lübeck. Man muss dazu wissen, dass der PCL und der PCH gewissermaßen „Brüderchöre“ sind, verdanken die Lübecker „Marzipansänger“ doch ihre Gründung dem „Altmeister“ Walter Heyer (PCH- Chorleiter 1970-90). Schon 1978 produzierte er unter der Schirmherrschaft von Dr. Redding eine maritime LP, denn Herr Heyer war in der Plattenbranche heimisch. Ich erinnere stellvertretend an Solisten wie Wolfgang Kubach (PCL) mit seiner „Yellow Rrrrose of Texas“ oder Alfred Lange und Peter Mittasch vom PCH, die auf diesen Scheiben verewigt sind. In den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es zahlreiche gemeinsame Projekte zwischen beiden Chören. Nun lieferte die Weihnachtszeit 2008 eine gute Gelegenheit für eine Fortsetzung, wo doch die Proben allseits weitestgehend abgeschlossen waren. Das Weihnachtskonzert des PCL am 14. Dezember, dem 3. Advent, vergoldet durch reizende Engelstimmchen der Kindergruppe „Junge Hanseaten“ und umrahmt durch die PCL-eigene Combo in der „MuK“ wurde zu einem großen Erfolg für alle Beteiligten. Akteure wie Publikum zeigten sich schon in der Pause überaus zufrieden und sparten nicht mit Lob. Diese moderne Musik- und Allzweckhalle fasst bis unters Dach 2200 Menschen. Somit konnten die Veranstalter nach über 1400 verkauften Karten überaus zufrieden sein.

Frau Heike Garling führte knapp und präzise durchs Programm und offerierte im ersten Teil den Veranstalter, den Polizeichor Lübeck, der einen Chorleiterwechsel vollzog. Sven Albert übergab den Dirigentenstab an Lukas Kuczewski, der es sich augenscheinlich schwerer vorgestellt hatte, zwei große Männerchöre plus Kindergruppe unter einen Hut zu bringen – um es vorweg zu nehmen, er strahlte nach Konzertende über alle „Backen“! Mit „Schäfers Sonntagslied“ von Ludwig Uhland als gemeinsamen Einstieg beider Männerchöre, „Lobet den Herrn der Welt“, „Ave Maria der Berge“ und Edvard Griegs gewaltige „Landerkennung“ setzte „der Alte“ für seine „Dienstzeit“ einen würdigen und mächtigen Schlusspunkt.

Bernd Roß, als Vorsitzender des PCL, eröffnete das Konzert und setzte auch den Schlusspunkt. Eigentlich besonders viele Schlusspunkte in Form von riesigen Adventsgebinden für die zahlreichen Leiter und Solisten:

Zu der oben erwähnten Moderatorin des Abends und dem neuen und dem Exchorleiter des PCL gesellten sich Kazuo Kanemaki (Chorleiter des PCH), die PCL Combo und die exzellenten Pianistinnen Duan Li und Annerose Witt aus Ahrensburg sowie Sandra Jahnke als Leiterin der Jungen Hanseaten. Danach die Solisten des PCL Horst Wiedemann und Albert Brede sowie vom PCH Martin Vetter. Der Arme kämpfte in der Garderobe in Pullover, Schal und Pudelmütze, sowie viele Flaschen Wasser gegen eine hartnäckige Erkältung. Für einen Sänger stets ein Schock ...

Der erste Konzertteil fing, wie schon erwähnt, mit einem klassisch, kräftigen Männerchor an und wurde richtig weihnachtlich mit sechs Titeln des PCL fortgeführt. Zur erwähnten Landerkennung“

hörte man das Bariton-Solo von Horst Wiedemann. Die jungen Hanseaten unter Sandra Jahnke ergänzten swingend und wippend mit „Kinder, Kinder“, „Weihnachtszeit“, „Winterschlaf“, „Warten auf den Weihnachtsmann“ und schließlich „Frieden auf Erden“ und die Akkordeon-Combo brachten das Medley „Weihnachtsklänge“. Der PCH setzte mit Anton Bruckners „Trösterin Musik“ einen ähnlich kräftigen Kontrapunkt des ersten Teils, brachte internationale Weihnachtsklänge mit der chilenischen Weise „Senora Donna Maria“ und dem weltberühmten „White Christmas“ von Irving Berlin. Das Publikum war schon jetzt voll zufrieden und konnte sich im zweiten Teil noch einmal auf verschiedene Überraschungen freuen.

Nach einer „Happy Weihnacht“ der PCL-Combo wurde der PCH in seinem zweiten 5er-Block maritim, volkstümlich-klassisch, plattdeutsch und brachte englische Weihnachtsklänge zu Gehör: „Schifferlied zur Weihnacht“, immer wieder von Männerchören interpretiert, „Maria durch ein Dornwald ging“ in einem Satz von Walter Heyer (siehe oben), wie auch „De Klocken de lüt“. Für den PCH eine Premiere stellte „Mary had a Baby“ dar, bei dem drei unentdeckte Paul Potts aus den PCH-Tenören bis in die eingestrichene Oktave klettern mussten, sowie „The little Drummer Boy“ piano begleitet. Dann wippten die Jungen Hanseaten nochmals zur „Weihnachtspolka“, „Feliz Navidad“ oder „Dankeschön“. Der PCL holte aus zu geballten „Weihnachtswünschen“ und „Weihnachtsfriede“, ließ in Gedanken den Schnee leise rieseln, forderte „Still, weil ´s Kindlein schlafen will“ und behauptete, es sei ein Ros(ß) entsprungen, womit sicher nicht der eigene Vorsitzende gemeint war. Spätestens bei „Stille Nacht...“ sang der Saal zum ersten Mal mit. Nach den oben erwähnten Schlussworten von Bernd Roß kam das unvermeidliche „O du fröhliche...“ für alle!

In der angrenzenden Riesendisko und Kongresshalle der „MuK“, die mich sehr an die Essener Grugahalle erinnerte, kamen beide Polizeichöre zu einem gemütlichen Ausklang bei Würstchen, Brezel und Bier zusammen. Beide Vorsitzende (Peter Hinsch, PCH und Bernd Roß, PCL) vertieften sich dabei in lebhafte Gespräche. Aus sängerkameradschaftlichen „Erpressungsversuchen“ zu neuen Terminen konnte man sich nur mit einer Runde Jever Pils freikaufen. Beide Vorsitzende machten aber einen so zufriedenen Eindruck, dass man sich auf eine Fortsetzung gemeinsamer „Events“ freuen kann.       

                                                                                                                                  Otto Kadel


Gastauftritte bei IG Bau und Vattenfall

Jedes Jahr ist es schon Tradition, dass der Polizeichor Hamburg bei den Weihnachtsfeiern der „IG Bau“ und der Firma „Vattenfall“ auftritt.

Am 04.12. trafen wir uns im „Hamburg-Haus“ am Doormannsweg bereits um 14:00 Uhr zum Kaffeetrinken. Denn das gehört auch zur Tradition, dass uns die fleißigen Damen dort vor unserem Auftritt mit Kaffee und Kuchen verwöhnen.

Aber nach dem Einsingen wurde es Ernst, denn im Hermann-Bosdorf-Saal erwartete uns schon eine erwartungsfrohe Schar älterer IG BAU-Mitglieder. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren nahmen wir dieses Mal vor der Bühne Aufstellung, weil die Akustik auf der Bühne sehr zu wünschen übrig ließ. Nach den Begrüßungsworten von unserem Vorsitzenden, Peter Hinsch, übernahm Otto Kadel für die Moderation das Mikrofon. Unser Chorleiter, Kazuo Kanemaki,

hatte ein weihnachtliches Chorprogramm zusammengestellt, was wir auch in den Weihnachts- konzerten singen werden. Fünf Lieder waren es bis „White Christmas“ und nach einer kurzen Pause präsentierten wir den zweiten Teil des Programms, das mit „O du fröhliche“ zum Mitsingen endete. Der Applaus und der Wunsch einer einzelnen Dame „zwang“ uns zu den Zugaben „12 Räuber“ mit Walter Wozny als Solist und zum endgültigen Schluss dann der „Gefangenenchor“ aus Nabucco. Mit freundlichem Applaus wurden wir verabschiedet.

Zwei Tage später stand die nächste Veranstaltung auf dem Terminplan, die Weihnachtsfeier für behinderte, einsame und hilfsbedürftige Einwohner Hamburgs. Das Einsingen fand bereits ab 15:30 Uhr im Ausbildungszentrum statt. Dann ging es mit 48 Sängern über die Bramfelder Chaussee zum Vattenfall-Betriebsrestaurant, wo wir freundlich begrüßt wurden. Nach einer Mädchengruppe, die ein weihnachtliches Stück aufführte, kam unser Auftritt. Auch hier wurden wir mit Applaus empfangen, als wir einmarschierten. Unser Geschäftsführer, Siegfried Harder, übernahm die Begrüßung und Otto Kadel stand für die Moderation danach am Mikrofon. Ohne Pause sangen wir unsere neun Lieder vom „Abendrot“ bis „Stille Nacht“, um zum Schluss wieder gemeinsam „O du fröhliche“ anzustimmen, diesmal mit etwas größerer Beteiligung vom Publikum als zwei Tage zuvor. Nach dem langen Applaus gaben wir noch eine Zugabe, nämlich die „12 Räuber“, wieder mit Walter Wozny als Solist. Als Belohnung erwarteten uns nach unserem Abtritt belegte Brötchen und kalte und heiße Getränke. Auch von hier aus ein herzlicher Dank an die rührigen Helfer.


Das Chorwochenende in Rendsburg – 29./30.11.2008

Jedes Jahr vor unseren vorweihnachtlichen Auftritten, gekrönt von den Weihnachtskonzerten in der Laeiszhalle, in diesem Jahr am 21.12.2008, zieht es uns in die weitere Umgebung Hamburgs. Nach unserem ersten Besuch im Frühjahr im Nordkolleg in Rendsburg freuten wir uns schon vor der Reise auf zwei ereignisreiche Tage in der Nähe des Nord-Ostsee-Kanals. Dieses konzen- trierte Arbeiten vor den Auftritten soll die Sicherheit bringen, um vor unserem kritischen Publikum bestehen zu können. Es ist jedes Mal eine neue Herausforderung für den Chorleiter und uns Sänger, auch wenn manche glauben mögen, das sei ja inzwischen alles nur Routine. Ist es eben nicht...

Peter Linska erwartete schon die 62 aktiven Sangesfreunde, als der Bus planmäßig eintraf. Um 11:00 Uhr traten wir zu Lockerungsübungen und zum Einsingen im Pavillon an. Dieser acht-eckige Raum zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Akustik und – wie unser Chorleiter, Kazuo Kanemaki, feststellte - durch einen Bösendorfer-Flügel aus. Seine Besonderheit: Neben den üblichen 88 Tasten vom hohen C bis zum tiefen A gibt es noch vier weitere, schwarze Tasten bis hinab zum Subkontra F, die aber in der Klavierliteratur so gut wie keine Bedeutung haben. Ausgesprochen gut gelaunt begannen wir dann mit den Proben. Der erste Teil war kurz und knapp, da um 12:30 Uhr ein üppiges Mittagsbüffet auf uns wartete. Wie schon im Frühjahr muss man die Küche in den höchsten Tönen loben. Neben dem Hauptgericht gab es ein umfang- reiches Salatbüfett, Obst, Joghurt, Saft, Kaffee und Tee und natürlich diverse Nachtischköst-lichkeiten.

Der Probennachmittag wurde durch eine Kaffeepause unterbrochen, die uns wieder frischen Schwung bringen sollte, so dass wir um 18:00 Uhr sagen konnten: Der erste Tag war erfolgreich abgeschlossen, obwohl Kazuo Kanemaki natürlich an vielen Stellen noch feilen wollte. Aber dafür hatten wir ja den zweiten Tag. Da es zu den Proben natürlich nur Wasser zu trinken gab, war für die meisten das Abendessen das Signal, mit einem Bier den Durst zu löschen. Denn eine Sängerkehle ist nun mal kein Trockenboden. Mit anderen Worten, es war die Vorbereitung auf den gemütlichen Abend, der um 19:30 Uhr begann. Nicht alle konnten von Beginn an dabei sein, denn der Musikausschuss tagte und legte die Titelauswahl fest, die im kommenden Jahr auf unserer neuen maritimen CD erscheinen soll.

Ein gemütlicher Abend wurde es wirklich. Bei Bier und Wein stieg die Stimmung ständig, weil Klaus Grzybowski wieder einmal auf seinem Akkordeon alle Register zog, um die Sangesfreunde zu lautstarkem Mitsingen zu animieren. Als später hier und da schon einige Stühle frei wurden und man näher zusammen rückte, kam mit der schönen „Isabella von Kastilien“, Solopart Otto Kadel und „Schleiertanz“ von und mit Wolfgang Schehlmann, so langsam der Höhepunkt des Abends in greifbare Nähe. Bei allem Singen und Fröhlich sein gab es immer wieder Gespräche untereinander über dies und das und jenes. Und das ist der eigentliche Sinn eines solchen gemütlichen Zusammenseins, den Zusammenhalt untereinander zu stärken und zu pflegen.

Die Ersten standen am nächsten Morgen schon pünktlich um 07:30 Uhr zum Frühstück vor der Kantinentür. Warme Brötchen, Rührei, Kaffee und so weiter und so weiter machten das frühe Aufstehen sofort wieder wett, denn wir sollten ja noch die letzten Unebenheiten ausbügeln. Aber bevor die Morgenprobe begann, konnte wer wollte noch einen Spaziergang bei trübem, aber trockenem Wetter am Nord-Ostsee-Kanal wagen. Schnell waren die 3 Stunden Probe danach vergangen, als es schon wieder hieß: Mittagessen! Ein richtiger Sonntagsschmaus!

Essen macht müde. Da konnte es Peter Horn nicht lassen, uns zu Beginn der letzten Probe mit einer Geschichte über seinen Erbonkel, den er großzügig mit einem Gutschein beschenkt hatte, zu Lachstürmen hinzureißen. Das half, das Restprogramm zügig abzuarbeiten. Und ich denke, Vorsitzender, Geschäftsführer und Chorleiter waren zufrieden mit dem, was in diesen zwei kurzen Tagen ohne Zwischenfälle geleistet wurde.                                                         

Der Bus wartete schon, als wir Sänger das Nordkolleg gegen 15:00 Uhr verließen. Als Fazit bleibt zu sagen, dass solche Chorwochenenden die Gemeinschaft stärken und uns optimal auf die kommenden Aufgaben vorbereitet sehen.


Glückstädter Herbstklänge am 02.11.2008

Nicht nur zum Matjesessen im Juni werden freundschaftliche Kontakte zum MGV Quartett „Lied hoch“ Glückstadt unterhalten. Auch unser gemeinsamer Chorleiter, Kazuo Kanemaki, ist ein Bindeglied zwischen diesen beiden Chören, die schon in der Vergangenheit gemeinsame Konzerte gegeben haben. Glückstadt, diese vom dänischen König Christian IV. im Jahre 1617 gegründete Stadt an der Elbe, hat eine wunderschöne Stadtkirche in der am 2. November 2008 das Konzert „Glückstädter Herbstklänge“ stattfand. Neben dem Polizeichor Hamburg war als weiterer Gastchor der Kreutzer-Chor Hamburg unter der Leitung von Dieter Podszus geladen.

Eine vollbesetzte Stadtkirche erwartete die drei Chöre. Die Ansprachen von Pastor Thomas-Christian Schröder und dem Vorsitzenden von „Lied hoch“ Glückstadt, Klaus Rix, stimmten die Zuhörer auf das Kommende ein. Mit dem gemeinsam gesungenen „Im Abendrot“ von Franz Schubert begann das abwechslungsreiche Programm. Aus der Liedfolge von „Lied hoch“ ist besonders „Die Post“ mit dem hervorragend gespielten Trompeten-Solo zu erwähnen, die einen ersten Höhepunkt darstellte.

Der Kreutzer-Chor folgte mit Melodien aus „Maske in Blau“. Die Sängerkehlen konnten sich danach ausruhen, denn das virtuose Akkordeon-Duo, Gunda Teschner und Monika Brutscher, brachten den 3. Satz aus der Bulgarischen Suite von Wacheslav Semjonow mit seiner ganzen Klangfülle den Zuhörern nahe. Donnernder Applaus war der Lohn. Jetzt betrat der Polizeichor den Altarraum, um mit der „Legende von den 12 Räubern“ mit unserem bewährter Bass-Solisten Walter Wozny, dem Echochor „Im Wald“ und „Trösterin Musik“ bewährtes Liedgut zu Gehör zu bringen. Zum Abschluss des ersten Konzertabschnitts entließen MGV „Lied hoch“ und PCH dann mit der gemeinsam gesungenen „Landerkennung“ von Edvard Grieg die Zuhörer in die Pause.

Der zweite Teil des Programms war volkstümlicher. Mit dem „Elbsegler“ erschien der Polizeichor nach der Pause zum maritimen Teil. Seemannslieder und Shanties erklangen, begleitet von unserem Akkordeonisten, Henning Claasen. Auch das Quartett „Lied hoch“ Glückstadt schloss sich mit Seemanns- und Folklore-Liedern an. Das Publikum ging immer begeisterter mit, als dann der Kreutzer-Chor noch ein Potpourri von Udo-Jürgens-Hits darbot.

Was wäre ein Chor-Konzert ohne ein Finale mit Opernchören. Diesmal wurden von allen Mitwir-kenden gemeinsam der „Jägerchor“ aus dem „Freischütz“ und zum Schluss der „Gefangenenchor“ aus „Nabucco“ gesungen.

Applaus brandete auf und wollte kein Ende nehmen. Leider wurde das begeisterte Publikum nicht mit einer Zugabe belohnt, die es vergeblich einforderte.


Im Freizeitpark Ruhrgebiet – Dortmund – 17.-19.10.2008

 Auf verschiedenen Delegiertentreffen wurde darüber gesprochen. Nun war es endlich soweit: Der PC Hamburg folgte einer Einladung des PC Dortmund zu einem gemeinsamen Konzert im Heinz-Hilpert-Theater in Lünen.

Pünktlich startete unser Bus am 17.10.08 von Hamburg aus. Zu unserer ersten „Berührung“ mit unseren Gastgebern kam es am Parkplatz „Eichengrund“ an der BAB 1, kurz hinter Münster. Dieser Treffpunkt war vom PC Dortmund gewählt worden, um uns 50 Nordlichtern zu zeigen, wo das Münsterland endet und Westfalen beginnt. Als „Kiepenkerl“ Burghard Nentwig uns dies erläuterte, hießen uns seine getreuen Helfer, die beiden Geschäfts- führer Herbert Nowak und Alfons Klauke mit ihren Frauen, nach langer bierloser Fahrt mit Schmalzbroten, Blut- und Mettwurst, sowie gut gekühltem Pils und Korn auf bereits westfälischem Boden herzlich willkommen – und das alles bei herrlichem Herbstwetter.

Was so gut beginnt, kann sich nur gut fortsetzen. Also wurden wir von unserem Busfahrer Michael vom Hotel zum abendlichen Kommers in das „Parkhaus Barop“ gefahren. Dort wurden wir von Burghard Nentwig, nun in seiner offiziellen Funktion als Vorsitzender des PC Dortmund, nochmals begrüßt und er verlieh seiner Freude Ausdruck, dass es nun endlich ein gemeinsames Konzert mit dem PCH in Dortmund gibt. Er erinnerte dabei an den Besuch in Hamburg, an den viele Sänger noch gern zurück denken. Bevor das kalt/warme Bufett eröffnet wurde, wurden wir vom PC Dortmund und ihrem Chorleiter, Herbert Grunwald, musikalisch begrüßt. Das üppige Bufett konnte auch uns nicht von einer gesanglichen Erwiderung abhalten. Mit fortschreitendem Abend wurden wir mit Beiträgen von Lothar Kirsch und später von Erwin Danielzik mit seiner Gitarre und „Aber Dich, gibt’s nur einmal für mich“, sowie von unserem Akkordeon-Duo Henning Claasen und Klaus Grzybowski mit maritimen Liedern bestens unterhalten. Gesprächsstoff gab es reichlich, so dass der Lärmpegel im Raum zusammen mit den Gesängen an verschiedenen Tischen ständig in neue Höhen pendelte. Kurz vor Mitternacht brachen wir auf, denn für den kommenden Tag stand noch einiges auf dem Plan.

Nach dem Frühstück erwarteten uns unsere Stadtführer, Herbert Nowak und Alfons Klauke, im Bus. Zunächst erfuhren wir, dass Ruhrgebiets-Deutsch kein Dialekt sondern eine Wissenschaft sei. Als Beispiele nannte er uns den Humpelschein oder „vietnam“ Bahnhof ging, denn dort sollten wir unsere Nachzügler, Peter „Jonny“ Jonsson und Martin Vetter, abholen. Nun komplett, erfuhren wir viel über die Strukturkrise des Ruhrgebietes und ihre Folgen, z.B. von acht ehemaligen Brauereien arbeitet nur noch eine, insgesamt sind rund 100.000 Arbeitsplätze verloren gegangen, aber nur 20.000 neu entstanden. Aber auch, dass die 580.000 Einwohner Dortmunds 49 % ihres Stadtgebietes als begrünte Fläche genießen können. Beeindruckend war auch zu sehen, wie zur Zeit der Emschersee auf vorherigem Industriegelände angelegt wird. Dann kam der Höhepunkt, die Besichtigung und Fahrt mit der H-Bahn, einer Hängebahn. Es war 1984 von Siemens entwickelt das erste vollautomatische Nahverkehrssystem in Deutschland, dessen Software ständig in Zusammenarbeit mit der Uni Dortmund weiter entwickelt wird. Die Strecke ist heute insgesamt ca. 3 km lang und wird montags bis freitags fahrplanmäßig betrieben. Die Kabinen fassen ca. 45 Personen und fahren im 10-Minuten-Takt im Universitätsgelände und zur S-Bahn-Station. Dies alles erfuhren wir bei einer Fahrt über die gesamte Strecke und bei einem Besuch in der Leitzentrale. Jetzt wurde es auch schon Zeit, sich auf das abendliche Konzert in Lünen vorzubereiten. Darüber werden unsere Dortmunder Sangesfreunde ausführlich berichten.

Zum Abschluss unser ganz herzlicher Dank für die überwältigende Gastfreundschaft und die viele Mühe, die sich die Verantwortlichen des PC Dortmund gemacht haben. Noch am Sonntagmorgen, bei unserer Abreise, stand eine Delegation am Hotel zum Abschied bereit und überreichte uns als Wegzehrung einige Flaschen mit einem Kräuterdestillat, das bereits bei der Raststätte „Dammer Berge“ regen „Zuspruch“ fand. So konnten wir den Rest der Reise mit dem Gefühl antreten, unter Freunden gewesen zu sein, mit denen wir gern einmal wieder zusammen musizieren und feiern möchten.


Ein Sommernachtstraum .......

Im November 2007 kündigte unser Vorsitzender vage an, dass man ein Angebot hätte, eine Reise nach Italien zu unternehmen. Nach und nach fanden sich schließlich 67 reisefreudige und neugierige Sänger, Angehörige und Freunde zusammen, um eine schöne Region Italiens zu besuchen. Die Wettervorschau im Internet sagte Gutes voraus als wir am 24.06. morgens um 08:00 Uhr mit zwei Bussen Richtung Süden starteten. Unsere beiden Busfahrer/-in, Nicole Steinforth und Alexander Fischer brachten uns mit genügend Pausen gegen 17:00 Uhr zum Hotel „Zum Storch“ in Schlüsselfeld, etwas südlich von Würzburg. Es war heiß, und es sollte die ganze Zeit über so bleiben ... Zeit genug um bei einem kühlen Blonden oder einem Glas Wein die Zeit bis zum gemeinsamen Abendessen zu überbrücken. Die Nacht war schnell vorüber, denn wir starteten um 07:30 Uhr zu den letzten 750 km bis Abano terme. Über Nürnberg, München, Innsbruck, Brenner, Meran und Verona trafen wir endlich um 18:30 Uhr im Hotel „Smeraldo terme“ ein. Zum Glück hatten in beiden Bussen die Klimaanlagen leidlich ihren Dienst getan, so dass wir keine Hitzeopfer oder ähnliches zu beklagen hatten.

Nach der Zimmerverteilung dann um 19:30 Uhr das erste Abendessen, worüber wir angenehm überrascht waren. Ein Salatbufett vorweg, dann eine Auswahl an verschiedenen Vorspeisen, drei verschiedene Hauptgerichte und das Dessert, alles inklusive einer Flasche Rotwein und zwei Flaschen Wasser pro vier Personen. Das fing ja gut an – und sollte sich sofort danach mit dem Halbfinale der EM gegen die Türkei fortsetzen. Noch besser sollte es werden, als am nächsten morgen die Termine für die Wellness-Anwendungen verteilt wurden; ein Körperpeeling mit Traubenkernen, eine Gesichtsmaske mit Traubenessenz sowie eine Ganzkörpermassage mit Traubenkernöl! Immer noch alles inklusive, ebenso wie das Thermalschwimmbad mit Innen- (wurde kaum benutzt) und Außenschwimmbecken in einer parkähnlichen Anlage.

Das Thermalwasser brachte zwar keine Abkühlung, es war wie im Schatten um die 35 º warm, aber es war wenigstens nass. Einige hatten schon ihre Anwendungen hinter sich, die anderen ließen es sich im und um das Schwimmbad gut gehen, in dem – ein ungewöhnlicher Anblick – viele duschhaubenbemützte Männlein und Weiblein, vielfach unterstützt von bunten Schwimmnudeln, trieben. Aber der Traum währte nicht lange, denn schon ging es auf zu neuen Taten, nämlich nach Padua, der zweitältesten Universitätsstadt Italiens. Auf der Fahrt dorthin erzählte uns die Reiseleiterin Marina etwas über die Geschichte der Region um die Euganeischen Hügel, wo schon die alten Römer die Heilkraft der Thermalbäder suchten. Aber bereits davor hatte Homer über die Veneter, die Ureinwohner, und die Thermalquellen berichtet. Fango, so hörten wir, ist nichts weiter als Schlamm aus nahegelegenen Seen, der dann in großen Becken über zwei Jahre lang mit dem Thermalwasser durchtränkt wird und in dieser Zeit daraus die Mineralstoffe aufnimmt, die die heilende Wirkung erzielen. Leider hat u.a.. auch die deutsche Gesundheitsreform mit Schuld daran, dass in den letzten Jahren die Badegäste immer weniger wurden. Mit diesem Vortrag erreichten wir Padua (ital. Padova), das ungefähr 210.000 Einwohner zählt und bereits zur Zeit der Trojanischen Kriege gegründet wurde.

In der Kürze der Zeit, abends stand ja „Nabucco“ auf dem Programm, konnte sie uns aber einen ausreichenden Überblick über die Geschichte, die Kultur und die Wirtschaft geben. Neben den vielen Bauern, die hauptsächlich Wein und Mais anbauen, ist Padua mit der 1222 gegründeten Universität ein Dienstleistungszentrum in der Region Venetien. Erwähnens- wert ist das Caffé Pedrocchi, das in seinem Grundriss einem Flügel ähnelt und mit verschiedenen Salons in unterschied- lichen Farben und Einrichtungen ein zeitgenössisches Denkmal darstellt. Direkt gegenüber ist die Universität bzw. umgekehrt ist es richtig, nämlich das Caffé Pedrocchi, „erst“ 1831 erbaut, liegt gegenüber der Universität, aus der gerade die frisch gebackenen Dottores kamen und denen auf Wandzeitungen mit Karikaturen und entsprechenden Texten gehuldigt wurde. Die Universität war im Mittelalter für seine Liberalität bekannt. Selbst Galileo Galilei konnte seinerzeit hier seinen revolutionären Studien nachgehen. Weiter ging es an einem Haus vorbei an dem weiland Dante an seiner Göttlichen Komödie schrieb. Dabei überquerten wir eine Straße auf der die Straßenbahn, man staune, auf nur einer Schiene fährt. Eine technische Novität, die vielleicht auch in Hamburg eine Chance hätte. Dann verließen wir Italien, um die Basilika des heiligen Antonius zu besuchen, die auf vatikanischem Gebiet innerhalb der Stadt liegt. Das hatte früher für Gauner den Vorteil, dass hier die Polizei Paduas kein Zugriffsrecht hatte. Das war sicher nicht im Sinne des heiligen Antonius, der in Lissabon geboren wurde, und sich als Mönch immer für die Armen und Benachteiligten eingesetzt hatte. Über den Prato de la Valle, nach dem Roten Platz in Moskau der zweitgrößte Platz im Herzen einer Stadt, ging es zum Bus, der uns zur Arena von Verona bringen sollte. Das klappte auch recht gut und wir konnten in der Nähe der Arena aussteigen. Die Nicht-Opernbesucher hatten Gelegenheit, sich die übrigen Sehenswürdigkeiten Veronas bei immer noch glühender Hitze anzuschauen.

Um kurz nach 19:15 Uhr öffneten sich die schmiedeeisernen Tore und das Publikum der nicht nummerierten oberen Ränge stürmte das Bauwerk. Auch wir gehörten dazu und saßen kurz darauf auf den heißen, antiken Stufen, die schon so viel gesehen haben müssen In der Zeit bis zum Beginn durchkämmten die Verkäufer von Eis, Fanta, Cola, Sprite, Bier, Wein, Sitzkissen, CD’s und Librettos lautstark die Reihen. Erst zwei Stunden später, um 21:15 Uhr, begann das Drama um Nabucco, Abigail, Fenena und Ismael, geleitet von einem trotz der großen Hitze sehr lebhaft dirigierenden Daniel Oren. Eine spartanische Bühnenkulisse brachte Solisten und Chor sehr gut zur Geltung. Und als dann im dritten Akt der Gefan-genenchor erklang, gab es nach dessen Ende donnernden Applaus, der bereits anhub als die letzten Takte noch nicht verklungen waren. Zum Dank wiederholte das Orchester das soeben gespielte sofort – und siehe da, das Publikum verharrte still bis auch der letzte Ton sich in der lauen Luft aufgelöst hatte. Ein Hörgenuss! Nach dem furiosen Ende, es war bereits 00:30 Uhr, strebten alle dem Bus zu, der uns nach einem langen Tag zu einem kleinen Mitternachtsimbiss, besser sollte man Morgenimbiss sagen, ins Hotel brachte. Es war ein Erlebnis der besonderen Art, die Atmosphäre der Arena in Verona zu erleben, und alle hatten die lange Zeit in der Arena gut überstanden.  

Für die ganz Harten stand ja zwei Abende später noch „Aida“ auf dem Spielplan!

Am nächsten Morgen wurde zunächst einmal ausgeschlafen, wer dran war, ging zu den Anwendungen, die anderen machten es sich wieder am Pool bequem. Wer Lust hatte, war ab mittags zu einem Ausflug an den Gardasee eingeladen, wo in Sirmione Station gemacht wurde und man Gelegenheit hatte, mit dem Boot die Halbinsel zu umrunden oder es sich auf andere Art und Weise gut gehen zu lassen. Vor dem Abendessen konnte es sich der PCH natürlich nicht nehmen lassen, den Mitgereisten und den Hotelgästen in der großzügigen Hotelhalle ein Ständchen zu bringen. Mit dem „Gefangenenchor“, „Mala moja“ und „Aus der Traube ...“ erfreuten wir ein immer größeres Publikum und wurden mit dem verdienten Applaus zum Essen entlassen. Die Zurückgekehrten und die Ausgeruhten hatten nach dem Abendessen Gelegenheit, bei Live-Musik das Tanzbein zu schwingen, was nach einem zögerlichen Start bei einer teilweise gut gefüllten Tanzfläche mit Foxtrott, Walzer und Co. nachher doch ganz gut gelang. Und so klang dieser Tag bei Wein und Bier geruhsam aus.

Am Sonnabend, den 28.06.08, kam ab 16:30 Uhr die Bewährungsprobe. Wer sich am Vormittag nicht ausgeruht hatte, hatte selber Schuld, denn es ging zu „Aida“ nach Verona. Ein großer Teil kannte ja schon die Bedingungen, nur dieses Mal ein wenig gesteigert. Das begann mit dem Warten vor den geschlossenen Toren in glühender Hitze. Als diese sich schließlich öffneten, drangen die Massen auf die oberen Ränge. „Die da unten“ auf den nummerierten Plätzen mussten sich ja nicht schon zwei Stunden vorher die beste Sicht sichern, aber wir. War es bei „Nabucco“ noch eine gut gefüllte Arena, so war es an diesem Abend brechend voll. Sowohl auf den billigen als auch auf den teuersten Plätzen war kein Platz mehr frei.

Allein schon die aufgebauten Kulissen ließen auf ein großes Spektakel schließen. Die kleine Ägypterin, bei „Nabucco“ hatte sie einen Frack an, schwang gekonnt vor Beginn den Gong und wurde jedes Mal mit Applaus bedacht.

Und dann begann das Drama um Aida und Ramades, deren Liebe von Amneris nicht gut geheißen wurde. In dieser Inszenierung war mehr Wert auf die großartigen Bauten gelegt, während bei „Nabucco“ mehr das gesangliche und orchestrale im Vordergrund stand. Aber es war schon ein grandioser Anblick als z.B. beim Triumphmarsch die Helden auf vier Pferden einritten, gefolgt von Kriegern, bejubelt vom Volk, umrahmt von Fackelträgern und Posaunenchören. Das war der Besuch es wert. Doch dann kam zum Ende hin die Tragödie, Ramades sollte eingemauert werden, aber Aida wollte ihn nicht allein sterben lassen, sondern ihre Liebe bis in den Tod hinein mit ihm teilen. Aber dieser dramatische Teil zog sich mit einer Umbaupause über fast eine dreiviertel Stunde hin, so dass leider mit den letzten Tönen bei vielen auch die Geduld ein Ende hatte – es war inzwischen 01:45 Uhr – und die Protagonisten leider nicht mehr den verdienten Applaus bekamen, weil fast alle ganz schnell den Ausgängen zustrebten. Wir fanden uns dann alle am vom Vorsitzenden vorher bestimmten Treffpunkt ein und marschierten zu unserem Busparkplatz, den wir erstaunlicherweise recht zielsicher fanden. Als wir wir schließlich gegen 04:00 Uhr das Hotel erreichten, hatte, glaube ich, kaum einer noch Appetit auf den Morgenimbiss, sondern suchte nur noch nach seiner Schlafstätte. Denn was war die Parole für den nächsten Morgen? Der erste Bus fährt pünktlich um 09:15 Uhr!

Wohin? Zum Bahnhof von Montegretto (= kranker Hügel) von wo es um 10:16 Uhr nach Venedig ging. Pünktlich kamen wir kurz nach 11:00 Uhr am Canale Grande an, wo uns bereits ein schmuckes Boot erwartete. Mit dem fuhren wir außen herum, also nicht über den Canale Grande, zum Markusplatz, wo wir in der Nähe der Seufzerbrücke ausstiegen. Nächster Treffpunkt war pünktlich um 13:00 Uhr antreten zum Stadtrundgang. Alle waren pünktlich, nur der Stadtführer war überpünktlich, denn der hatte bereits um 11:30 Uhr auf uns vor dem Campanile gewartet. Was entschied in diesem nie vorhergesehenen Fall unser Vorsitzender? Macht was ihr wollt, aber seid pünktlich um 16:00 Uhr wieder am Bootsanleger.

Das haben, glaube ich, alle gern gehört und somit hatten alle individuell die Möglichkeit, diese Stadt der tausend Facetten für sich zu entdecken. Ob auf der überfüllten Rialto-Brücke, in der Stille der San Marco-Basilika oder den kleinen Gassen und Plätzen links und rechts der frequentierten Hauptwege. Auf der Rückfahrt zur Stazione hörte man nur positive Stimmen und niemand war ernsthaft böse darüber, dass die Stadtführung ausgefallen war. Pünktlich verließ der Zug Venedig und wir fieberten (?) dem Endspiel gegen Spanien entgegen. Doch das Fieber legte sich bald, das Ergebnis ist allen bekannt.

Das war’s, eine wunderschöne Woche, beglückt von einem Wettergott, der uns gnädiger nicht hätte gestimmt sein können, ging seinem Ende zu. Um 07:30 Uhr nach einem kurzen und schnellen Frühstück hieß es wieder Platz nehmen in Bus „blau“ oder „rot“ und ab ging’s Richtung Schlüsselfeld. Unsere Fahrer hatten sich über die Verkehrslage informiert und bogen vor Verona auf eine wunderschöne Nebenstrecke quer durch die Berge ab. Ohne Staus und Probleme kamen wir dadurch im Hotel an, wo sich nach dem Abendessen die gestaute Sangesfreude Bahn brach und mit den Solisten Jochen Harms und einem zur Hochform auflaufenden „Johnny“ Jonsson Gesang und Kazuo Kanemaki am Pianoforte eine gelungene Shanty-Vorstellung abgeliefert wurde. Das hat allen viel Spaß gemacht, den Sängern und den Zuhörern; denn wann erklingen in Schlüsselfeld schon mal Seemannslieder? Auch der letzte Teil der Reise, wo wir Saeko und Kazuo in Würzburg absetzten, da die beiden aus Termingründen lieber den Rest mit der Bahn zurücklegen wollten, brachte keine Probleme, so dass als Fazit ein Dank an alle die bleibt, die diese Reise geplant, begleitet und organisiert haben. Das Ergebnis war beeindruckend und wird uns allen noch lange in Erinnerung bleiben.

Und wie heißt es so schön: Nach der Reise ist vor der Reise ...... wohin?


„Frühlingsblumen“ in Planten un Blomen 

Peter Hinsch, der PCH- Vorsitzende, konnte am Samstag, dem 24. Mai 2008, bei seiner Begrüßung der zahlreichen Zuschauer im Rund der Musikmuschel von „Planten un Blomen“ kaum die Worte finden, die seiner Begeisterung gerecht würden: „Heute trifft alles zusammen! Es passt alles perfekt! Wir haben strahlend blauen Himmel und Sonnenschein, was in Hamburg nicht selbstverständlich ist, wir sehen fast alle Plätze besetzt, wir haben eine Melodienfolge zusammengestellt, die für jeden etwas bietet und wir haben erstmals ein hoch motiviertes Akkordeonorchester eingeladen, von dem der Leiter Henning Claasen aus Überzeugung sogar Mitglied des PCH geworden ist.“ Mit solchen oder ähnlichen Worten übergab er das Mikro an seinen Sangesfreund Peter, alias „Jonny“, Jonsson zwecks Moderation.cimg1155

Dieser stellte sein Publikum gleich auf die Probe, indem er den „Polizeichor Hamburg von 1903“ ankündigte. Protest aus der ersten Reihe: „Das muss 1901 heißen!“ Damit war der Kontakt hergestellt, der die rund zwei Stunden Programm anhielt und sich von Titel zu Titel steigerte. Schöne und bekannte Melodien vom Chor und vom Akkordeonorchester „Viva la Musica“ aus Wedel erfreuten sichtlich die Zuschauer im sonnigen Freilichtrund. Viele Wedeler waren natürlich ihrem Henning nachgereist und applaudierten entsprechend jubelnd. Fast schon ein Markenzeichen des PCH ist sein fast unerschöpfliches Aufgebot an Solisten. Alle Chöre haben durchweg einen oder zwei Solisten in ihrer Mitte, doch der Polizeichor Hamburg präsentierte alleine heute gleich derer sechs! Genau genommen sogar acht, den unsere beiden Akkordeonisten Klaus Grzybowski und wie schon erwähnt Hennig Claasen, muss man auch zu den Solisten zählen. Sie heimsten anhaltenden Applaus ein: Walter Wozny mit „Frühlingsboten“. Der Moderator rief nach dem nächsten Solisten, der nicht erschien, und „half dann selber aus“ bei „Fräulein Helen“ und dem „Hamburger Ketelklopper“;

Otto Kadel beschwor die „Isabella von Kastilien“, dazu kam Jürgen Wichmann beim „Hamborger Janmoot“. Allein berichtete er danach von „Away Susanna“. Wolfgang Funck griff das nächststehende Mikro und röhrte im schönsten Bass vom „Hamborger Veermaster“ und „Rolling home“ und Martin Vetter brachte gefühlvoll „My Bonnie is over the Ocean“.

Eine Besonderheit dieser „Parkbühne“ ist immer einerseits der Kampf mit der Übertragungstechnik, sprich den Mikrofonen, was aber diesmal durch hartnäckigen „Soundcheck“ des Chorleiters befriedigend gelang. Andererseits immer gut, der unmittelbare Kontakt zum Publikum, von dem der PCH offensichtlich inzwischen einen ansehnlichen Stamm mobilisieren kann, und die gesunde Mischung von Alt und Jung. Wir sahen tanzende Kinder ab 3 bis zu mitdirigierenden Herren um die 80. Unübertroffen unsere stets anwesende „Ballerina“, die in ausgesuchter, wallender Garderobe jeden Vortrag mit einem“ Ausdruckstanz“ begleitet. Etwas später trauten sich noch weitere Damen auf die Fläche und die Kinder bewegten sich schwungvoll im Takte der Musik.

Eine weitere Novität stellte Verdis „Gefangenenchor“ aus Nabucco dar. Ich kann mich nicht erinnern, ihn je in der Besetzung Männerchor/Akkordeonorchester gehört zu haben. Aber dieser unverwüstliche Evergreen ist ja so oder so stets ein Erfolg. Es wurde sehr bedauert, dass 2008 nur dies eine Muschelkonzert in Hamburg durchgeführt wird, und man kann sich vorstellen, dass dieser eindeutige Erfolg diesen Event neu beleben könnte. Ein Feld von wiegenden, schunkelnden Armen der fast 800 glücklichen Menschen verabschiedete uns und das Orchester „Viva la Musica“ bei „In Hamburg sagt man tschüüüüß...“

Eins wurde leider vergessen: Die deutliche Werbung und Ermunterung potentieller Nachwuchssänger, denn es waren gerade an diesem schönen Sonnen- Samstag- Nachmittag reichlich jüngere Herren auf den Plätzen und Wegen dahinter zu sehen. Wie schon gesagt, von 3 bis 83 waren alle „Sorten“ vorrätig. Dafür gab es den Hinweis auf die Weihnachtskonzerte 2008, für die tatsächlich schon Karten verkauft sind! Das mutet fürwahr bei sommerlichem Sonnenschein seltsam an... Dies jedoch nicht als Kritik!                                                                                    Otto Kadel


Frühlingskonzert 2008

Von vielen wurde es schon lange erwartet und die weit über 1.300 verkauften Karten zeigten uns wieder einmal das große Interesse, das unserem Frühlingskonzert in der Laeiszhalle, der „guten Stube“ Hamburgs, am Sonnabend, den 26.04.2008, um 15:00 Uhr, entgegengebracht wurde.

Und das am Vortag des Hamburg Marathon, an dem bei bestem Wetter ein Kinder-Marathon stattfand und große Teile der Hamburger Innenstadt gesperrt waren.fk 08 566

Der Polizeichor Hamburg von 1901 e.V. hatte ein tolles und abwechslungsreiches Programm mit über 200 Mitwirkenden zusammengestellt. Als Gastchor hatten wir den PC Braunschweig unter der gekonnten Leitung von Axel Huse gewinnen können. Aber dem nicht genug. Auch der Chor unseres Chorleiters, Kazuo Kanemaki, nämlich der Kanemaki-Chor, hatte seinen Anteil. Als Solisten konnten wir die Sopranistin Sandrina Ost, den Tenor Werner Lamm, der kurzfristig für den erkrankten Tenor Jun Sang Han einspringen konnte, und am Flügel Wolfram-Maria Märtig verpflichten. Die orchestrale Begleitung brachte uns der Marine-Reservistenmusikzug Hamburg unter der Leitung von Matthias Neumann. Durch das Programm führte die bekannte Schauspielerin, Sängerin und Moderatorin Birgit Lünsmann.

Mit den „Frühlingsboten“, gesungen vom PCH, begann unser Frühlingskonzert. Anschließend begrüßte unser Vorsitzender, Peter Hinsch, die Gäste und die Ehrengäste, um dann das Mikrofon an die Moderatorin weiterzureichen, die als nächsten Programmpunkt den Marine-Reservistenmusikzug (RMZ) ansagte. Der empfahl sich tongewaltig mit „Anker gelichtet“, „Zarathustra 2000“ und „Sir Duke“. Damit war das Publikum eingestimmt auf den PC Braunschweig, der sich mit „La Montanara“, „Ich hab’ eine Blonde“ und „The lion sleeps tonight“ in die Herzen der Zuschauer sang. Die Sopranistin, Sandrina Ost, hatte dann ihren Soloauftritt mit „Youkali“ von Kurt Weill sowie aus der Operette „Gräfin Mariza“ das Lied „Höre ich Zigeunergeigen“, begleitet von Wolfram-Maria Märtig, der sehr gefühlvoll am Flügel agierte.

Zusammen mit dem Pianisten trat nun der PCH auf. Es fehlte jedoch die erste Chorreihe. Die kam zu Beginn von „Play a simple melody“ strohhutschwenkend und von Beifall begleitet von links und rechts nachträglich auf die Bühne, um den Chor zu komplettieren. Mit beschwingten Frühlingsmelodien ging es weiter im Programm. Der letzte Teil vor der Pause war für den „Jubelchor“ aus der Oper „Lucia di Lammermoor“ und das „Trinklied“ aus der Oper „La Traviata“ vorbehalten. Es wurde langsam eng auf der Bühne, denn vom RMZ begeleitet trugen neben dem PCH diese beiden Stücke auch der Kanemaki-Chor und die beiden Solisten vor. Von diesen Beiträgen offenbar sehr angetan, verabschiedete das Publikum die Akteure mit tosendem Applaus in die Pause.

Der zweite Teil sollte noch erfolgreicher werden. Der PCH trat nämlich in „Seemann weiß“, seiner Shanty-Chorkleidung auf. Unsere beiden Akkordeon-Solisten, Klaus Grzybowski und Henning Claasen, machten sich bereit und los ging’s mit „La Paloma“ und dem Solisten Hans-Joachim Harms, „Good night ladies“, „My bonnie is over the ocean“, hier überzeugte als Solist Martin Vetter, und zum Schluss das „Gorch-Fock-Lied“, das von der Sehnsucht nach dem Meer und der Seefahrt erzählt. 

Der RMZ brachte ein Medley mit Benny-Goodman-Melodien sowie den „Steinmetzmarsch“.

Das Solo für unseren Tenor, Werner Lamm, war ebenfalls eine Melodie aus „Gräfin Mariza“ von Emmerich Kálmán „Wenn es Abend wird ...“, wieder begleitet von Wolfram-Maria Märtig.

Der PC Braunschweig hatte wohl an die vielen Damen im Publikum gedacht, als er neben „Great Pretender“ und „Barbara Ann“ zum Schluss mit „Männer“ von Herbert Grönemeyer die weiblichen Zuhörerinnen zu vielen Kommentaren herausforderte und mit donnerndem Applaus belohnt wurde.

Wenn zum Finale etwas Eindrucksvolles Anrührendes und Stimmgewaltiges vorgetragen werden soll, dann kann man, so wie geschehen, getrost auf die „Carmina Burana“ von Carl Orff zurückgreifen. Hierzu versammelten sich alle Mitwirkenden, es waren ja über 200, auf der Bühne der Laeiszhalle um mit „Ecce gratum“ gefolgt von dem Solopart von Sandrina Ost „In trutina“ und schließlich mit „O fortuna“ ein letztes Ausrufungszeichen zu setzen. Mitgerissen von den letzten Klängen von „O fortuna“ jubelte das Publikum und dankte allen Akteuren, vor allem Kazuo Kanemaki, der die musikalische Gesamtleitung innehatte, für eine großartige Leistung an diesem wunderschönen Nachmittag.

Mit Blumensträußen bedankte sich Peter Hinsch bei allen Solisten für ihren Einsatz und wünschte sich ein Wiedersehen mit den Besuchern bei den Weihnachtskonzerten am 21. Dezember 2008. Als Zugabe und für alle zum Mitsingen wurde „Komm lieber Mai und mache ...“ angestimmt.

Damit war für die Aktiven der Tag noch nicht vorüber. Denn der PCH hatte nach dem Konzert zum Kommers in die „Bayrische Botschaft“, den „Hofbräu an der Alster“, geladen, das nur wenige Gehminuten von der Laeiszhalle entfernt liegt. Bei Krustenbraten und einem wohlverdienten Bier wurde noch viel über den Konzerterfolg gesprochen, die den Beteiligten Lohn und Anerkennung für die vielen Stunden der Proben und der Vorbereitung gewesen sind.   


  Chorwochenende in Rendsburg

Grosse Ereignisse werfen Ihre Schatten voraus. Das heißt für den PCH üben, proben, üben .. Für das Chorwochenende am 05.-06.04.08 hatte der Vorstand dieses Mal und zum ersten Mal das Nordkolleg in Rendsburg auserwählt. Das Nordkolleg ist eine traditionsreiche Fort- und Weiterbildungsstätte für Erwachsene – die Anfänge gehen auf das Jahr 1842 zurück – und zählt zu den wichtigen kulturellen Einrichtungen in Schleswig-Holstein. Es liegt in einem kleinen Park zwischen Eider und Nord-Ostsee-Kanal. Und es war eine gute Wahl, wie sich herausstellte. Bei grauem Himmel und Regen ging es pünktlich um 09:00 Uhr vom Berliner Tor Richtung Rendsburg. Je weiter wir gen Norden fuhren, desto mehr hellte sich der Himmel auf und gegen 10:30 Uhr trafen wir dort ein. An der Rezeption wurden die Zimmerschlüssel verteilt – und dann ging die Sucherei für einige los. Denn wir waren nicht nur im Nordkolleg, sondern auch in der nebenan liegenden Schulungsstätte der Genossenschaftsbanken untergebracht mit gleichen Zimmernummern. So stand mancher vor „seinem“ Zimmer, nur der Schlüssel passte nicht, weil er in der falschen Anlage war. Aber auch das klärte sich auf und ohne große Pause ging es an die Arbeit, wo Kazuo das „Zepter“ übernahm. Die Stimmung war gut, besonders als Kazuo auf die Idee kam, bei „Play a simple melody“ den Einmarsch der ersten Reihe zu üben. Weder Gleichschritt noch Gestik konnten anfangs die übrigen Sänger überzeugen. Aber Stück für Stück kamen wir mit unserem Repertoire voran. Die Mahlzeiten fanden im großen Speisesaal statt und wir waren alle überrascht über das reichhaltige und schmackhafte Essensangebot an allen Tagen. Am Abend war der Speisesaal für unseren gemütlichen Abend reserviert. Manche hatten sich vorher noch für einen Spaziergang am Nord-Ostsee-Kanal entschieden und wurden durch ständig vorüberfahrende Schiffe belohnt. Was wäre so ein Abend ohne die musikalische Begleitung von Klaus Grzybowski, der uns wieder einmal mit den schönsten Melodien von Binnenland und Waterkant unterhielt und zeitweise von Peter Jonsson gesanglich unterstützt wurde.

Am Sonntag gesellte sich unser zweiter Akkordeonspieler, Henning Claasen, dazu, um gemeinsam den Seemannsteil zu üben. Nach dem Mittagessen stand die Abschlussprobe auf dem Programm und ohne Kaffeetrinken ging es um 15:00 Uhr für die 64 Sänger auf die Heimreise. – Ein ereignis- und arbeitsreiches Wochenende ging damit zu Ende. Wir freuen uns schon wieder auf Rendsburg am 29./30.11.08, wo wir uns dann auf die Weihnachtskonzerte vorbereiten werden.


Neujahrskonzert in Wedel

Henning Claasen, ein Name wie der Norden, ein Mann wie ein Baum und eine Stütze des PCH seit geraumer Zeit als exzellenter Akkordeonist. Sein musikalisches Baby aber ist „Viva la musica“ in Wedel, ein von ihm geleitetes Akkordeonorchester, bei dem der Polizeichor Hamburg von 1901 am 20.Januar 2008 zu Gast war. Nicht zum ersten Mal veranstaltete Henning Claasen mit seinem hervorragenden Akkordeonorchester und Gästen in der ev. Kirche am Roland in Wedel ein Konzert. An diesem verregneten Sonntagnachmittag hieß es „Neujahrskonzert mit Viva la musica“ Die rund 250 Plätze der kleinen Kirche waren seit Wochen ausverkauft. Auch PCH „ Schlachtenbummler“ hatten sich Plätze gesichert, doch viele blieben vor der Tür.

Mit von der Partie waren neben dem PCH und dem „Claasenschen Orchester“ der Männergesang- verein „Sangeslust Bümmerstede“, der so manches uns bekanntes Stück zu Gehör brachte, wie z.B.“ Das Morgenrot“, „Die Nacht“ von Schubert oder „ Vineta“ von Ignatz Heim. Das Akkordeonorchester gefiel dem vollen Hause besonders bei den bekannten Ohrwürmern, wie z.B. die Titelmelodie aus „Phantom der Oper“ und „Time to say goodbye“. Der Polizeichor Hamburg präsentierte eine Mischung aus seinem (inzwischen notenfreien) Standardprogramm „Serenade“, „Mala Moja“, „ßolan bushi“, „Wolgaschlepper“ und zwei Opernchöre, die wie immer besonders willkommen waren: der „Gefangenenchor“ (Nabucco) und der „Jägerchor“ (Freischütz).

Nach der Pause präsentierte der PCH sein maritimes Programm unter dreifachem Einsatz seiner Solisten: Zuerst Heiner Dreckmann ( „It’s a long time“) und Ulli Stein ( „Shenandoa“). Ferner erklangen bei guter Akustik Evergreens wie „Mein Hamburg“, „Gorch Fock-Lied“ und „Schwer mit den Schätzen.“ Das Finale bestritten beide Männerchöre gemeinsam mit „Rolling home“( Solist Nr.3: Wolfgang Funck) und „Bajazzo“, worauf die ersten Rufe „Zugabe“ erschollen. Dafür bot sich in der Kirche der „Abendfreden“ an - niederdeutsch und mit dem Aufruf zum Gebet.

Aus dem Publikum gab es nicht nur viele Zusagen, zum Frühlingskonzert in der Laiszhalle zu kommen, sondern Bemerkungen und Lob wie: „Sie sind aber kein Laienchor?“ - „Sie haben wunderschön gesungen!“- „Es war ein herrliches Konzert!“ bis hin zu der spontanen Ankündigung einer begeisterten Dame aus der ersten Reihe: „Ich werde für jeden von Ihnen eine Kerze anzünden“ und mit dem Blick auf den vor ihr stehenden Kerzenkasten: „Es sind doch wohl noch 50 Stück da?“

Ein herzliches Dankeschön für die Superleistung der Damen, die das Abschlußbuffet ausgerichtet hatten. Es reichte nicht nur selbst für hungrige Sänger, sondern auch von heißen Würstchen über Sandwich, Buletten und verschiedenen Beilagen bis hin zu diversen hausgemachten Kuchen und Kleingebäck. Es war ein schönes Konzert und ein schöner Nachmittag bei Freunden.

Otto Kadel


PCH zu Gast bei der AWO in Travemünde-Brodten           – Musik verbindet -

Das Theodor-Schwarz-Haus ist das Seminarhaus und Ferienzentrum der AWO in Travemünde-Brodten an der Ostsee gelegen. Die Einrichtung hat eine Besonderheit: Sie besteht zum großen Teil aus den liebevoll erhaltenen „ SPD-Baracken“ aus Bonn. Schon seit einigen Jahren ist hier die Trainingsstätte für den Polizeichor Hamburg vor den Hauptkonzerten. Frau Susanne Neitemeier, die Leiterin des Ferienzentrums, verfügt über ein hochmotiviertes und qualifiziertes Personal, dessen Leistungen wir jedes Mal gerne in Anspruch nahmen. Am 18. Januar 2008, wo die AWO zum

Neujahrsempfang

eingeladen hatte, wollten wir einmal die Früchte unserer Arbeit zeigen. Das AWO-Festangebot war vielfältig: Kaffee und Kuchen ( selbst gemacht), Getränke, Cocktails, Präsentationen, Show-Kochen, Lagerfeuer mit Punsch und ab 18.00 Uhr das Konzert des Polizeichores Hamburg.

Schon bei der Anfahrt mit dem Bus wurden wir überrascht von einem großen „ Osterfeuer“ und unzähligen Fackeln entlang der Wege auf dem AWO-Gelände. Ein gelungener Einstieg für uns und die Gäste. Zu diesem „ Tag der offenen Tür“ hatte man die maßgebenden Leute der Stadt Lübeck, wie auch Travemünde geladen, die nach Aussage von Frau Neitemeier auch alle gekommen waren. Schon vor unserem Auftrittstermin hatten sich einige wenige die besten Plätze im uns so vertrauten Speisesaal gesichert. Punkt 18.30 Uhr aber „strömte“ der Rest und man zählte fast 100 Gäste (es gab auch kaum mehr Platz).

Der PCH begann in starker Besetzung von 54 Mann mit vier klassischen Titeln. Einsteiger war „Die Legende von den zwölf Räubern“ mit Walter Wozny als Solisten mit der beliebten russischen Ballade, dann „Abendfreden“, der „Gefangenenchor“ aus Verdis Nabucco ( wieder das bekannte Aaah!) und der „ Jägerchor“ aus Carl Maria von Webers „ Freischütz“. Damit war die qualitative Grundlage geschaffen. Was aber dann geschah steigerte den Wohlfühlpegel des Publikums kontinuierlich. „Jonny“ (Peter Jonsson) führte kurz und prägnant durch das Programm und hatte eine Vorgabe von 40 Minuten (ohne Pause). Jedoch nach „ Bajazzo“, „ Frollein Helen“, „ Wochenend und Sonnenschein“ sowie „ Mala Moja“ hörte man schon Jauchzer vor jedem Applaus. Der Chor (völlig ohne Notenmappen) sang sich frei und übertrug die Freude am Singen auf die begeisterten Zuhörer.

Die eingefügten elegant gefühlvoll-mundartlichen Soli von Martin Vetter, ergänzt durch einen zweiten Gitarristen sowie der unverwüstliche R. Germa-Interpret Heiner Dreckmann steigerten die Begeisterung bis zur „ Karnevalsreife“. Beim nun folgenden Seemannsteil gab es den Schnellsprachkurs mit Otto Kadel (Drunken Sailor) und bei „Jonnys“ „ Hamburger Ketelklopper“, sowie einen schunkelnden Saal bei der „ Reeperbahn nachts um halb eins“. Hier sollte eigentlich Schluss sein ……

Als aber bei „ Honolulu“der Chorleiter von einer properen Dame aus der ersten Reihe zum Tanz genötigt, und ein Erstklässler auf den Dirigentenstuhl gehoben wurde, rief der ganze Saal: „ Einer geht noch!“ Daraus wurden dann nochmals zwei, und die Kürzung war wieder aufgefüllt…

Damit konnten wir nicht nur das Ergebnis guter Seminararbeit unseren bisherigen Gastgebern der AWO und deren geladenen Gästen präsentieren, sondern hatten uns auch ( ½ Stunde verspätet) die ausgezeichnete Erbsensuppe ehrlich verdient. Noch einen Pluspunkt: Unsere CD-Verkäufer konnten viele Fans beglücken und eine Menge neuer Konzertbesucher für das Frühlingskonzert gewinnen- und das freut ein‘ denn ja auch!

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