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Frühlingskonzert 2009 am 25.04.2009

Das Frühlingskonzert in der Laeiszhalle - Musikhalle Hamburg gehört zum festen Bestandteil im Veranstaltungsreigen unseres Chores. Hier begrüßen wir zusammen mit über 1.000 Gästen Jahr für Jahr den Frühling. Die Zuschauer und Zuhörer im Publikum können sich auf ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm freuen, das der Musikausschuss und der Chorleiter zusammenstellen.

Um ein Fazit vorwegzunehmen: In diesem Jahr hörten die Besucher ein Konzert, das geeignet war zu polarisieren und damit zu völlig unterschiedlichen Reaktionen und Bewertungen führte. Obwohl die positiven Stimmen überwogen, gab es auch deutliche Kritik an der Musikauswahl und der Programmgestaltung, die uns zum Nachdenken über Veränderungen zwingt.

Als lautstarker Tonträger debütierte bei uns das Symphonische Blasorchester aus Norder-stedt. Aus Hamburg selbst gastierte das Chorensemble Goethe. Und last but not least unsere Gäste aus dem Fernen Osten: Aus Japan der „Rainbow Chorus Aichi“. Siebzig Damen waren aus der 2,2 Mio. Stadt Nagoya, dem Zentrum der japanischen Autoindustrie (Toyota), gelegen zwischen Yokohama und Osaka, angereist, um uns zu erfreuen.

Den ersten Kontakt mit dem PCH hatten die Damen vom Rainbow Chorus Aichi bereits am Abend vorher auf dem Airport Hamburg, als sie vom PCH mit „Hallo, hier Hamburg“ und unserem japanischen „Gassenhauer“ „ßolan bushi“ lautstark begrüßt wurden. Das hatten sie nicht erwartet. Umso größer war ihre Freude und wahrscheinlich auch Vorfreude auf das Frühlingskonzert am Sonnabend.

Diese bunte Mischung der Kulturen begann sofort zu wirken. Unter der Leitung von Kazuo Kanemaki eröffnete die japanische Ode an die Große Erde, „Daichi Sansho“ den Reigen der musikalischen Darbietungen. Die beteiligten Chöre zeigten, wie gefühlvoll von Pianissimo bis hin zum furiosen Fortissimo diese Ode von Makoto Sato gestaltet ist. Auch wenn wir den Inhalt nicht wörtlich verstehen, so konnte man aus den Klangbildern deutlich heraushören, was der Komponist uns sagen will. Unser Vorsitzender, Peter Hinsch, griff nun zum Mikrofon, begrüßte alle Gäste auf das Herzlichste und gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass der Frühling in seiner schönsten Form auch in Hamburg Einzug gehalten hat. Besondere Grüße galten den Ehrengästen, namentlich der Stadtpräsidentin von Norderstedt und unserem Schirmherrn, dem Polizeipräsidenten Werner Jantosch, der in seiner launigen, kurzen Anspra-che betonte, wie wichtig der Polizeichor und das Polizeiorchester für das öffentliche Image der Polizei insgesamt seien.

Danach sagte unsere Moderatorin, Kerstin Graf, den PCH mit einem Melodienstrauß klassi-scher Frühlingslieder an. Der „Frühlingsgruß“ von Robert Schumann, dann das „Trinklied im Mai“ und „Der Lindenbaum“ von Franz Schubert. Und zum Schluss dieses Bildes „Now ist the month of maying“ von Thomas Morlay, ein fröhliches Lied aus dem 16. Jahrhundert. Als der Beifall verklungen war, leitete Kerstin Graf über zum Rainbow Chorus, der unter der Leitung von Prof. Shozo Tanaka vier japanische Frühlingslieder sang. Die Damen, jeweils in orange oder blau karierte Kimonos gekleidet, brachten ein exotisches Flair auf die Bühne. Begleitet wurden sie am Flügel von Ena Yoshida. Hervorzuheben ist hier das lebhafte Dirigat von Prof. Shozo Tanaka, der mit seiner weitärmeligen Anzugjacke die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zog. Dass das Publikum nach diesem stimmungsvollen Beitrag kräftig applaudierte, war kein Wunder.

Es folgte das Symphonische Blasorchester Norderstedt unter der Leitung von Bernhard Volk mit „El Quijote“, dem Mann von La Mancha, von Ferrer Ferran nach dem bekannten Roman von Miguel de Cervantes. Bernhard Volk zeigte hier eindrucksvoll, wie genau er sein Blasorchester eingestellt hat. Zuweilen hatte es jedoch Heinrich Vogt, der Erzähler, schwer, sich gegen die engagierten Bläser stimmlich durchzusetzen. Aber auch dies ein Programmpunkt, der mit freundlichem Applaus belohnt wurde.

Das Chorensemble Goethe, das ebenfalls von Kazuo Kanemaki geleitet wird, und „Botschafter“ des Goethe-Instituts Hamburg ist, hatte für dieses Konzert fünf Lieder von Brahms, Mozart, Arraingnant und Passereau einstudiert. Als Solistin glänzte Tomomi Ikkaku mit ihrem schönen Sopran. Sie und der Chor wurden am Flügel begleitet von Makiko Eguchi. Hieraus kann man schon erkennen, wie international dieser Chor aufgestellt ist. Langsam füllte sich dann die Bühne als man zusammen mit dem PCH zwei der achtzehn lebensfrohen Liebeslieder Op.52, No. 9 „Am Donaustrande“ und No. 11 „Nein, es ist nicht auszukommen“ von Johannes Brahms sang. Diese Salonwalzer zu vier Händen am Flügel begleitet von Ena Yoshida und Makiko Eguchi, wurden schwungvoll und melodiös von beiden Chören dargeboten. Ein erneuter Umbau ließ Großes erwarten. Der PCH trat nun mit dem Orchester auf, um das Trinklied aus der Oper „Ernani“ von Guiseppe Verdi anzustimmen. Immer wenn es um Wein geht, wird es lustig und laut. So auch hier. Mit der Kraft von 60 Bläsern und noch mehr Sängern des PCH wurde ein eindrucksvoller, lautstarker Schlusspunkt vor der Pause gesetzt. Entsprechend begeistert war danach der Applaus.

Szenenwechsel nach der Pause: Der Polizeichor in Polizeiuniform mit dem Seemannslieder-Teil. Es konnte geträumt und geschunkelt werden, als es hieß „Nimm uns mit Kapitän auf die Reise“ und es dann mit dem „Hamborger Fährjung“, in Person unseres Solisten Peter Jonsson, zum Kowarderheuft weiterging. Dann trat der Liebling aller Seemänner auf die Bühne, „Smutje, de Kock“, mit Mütze, weißer Schürze und überdimensioniertem Kochlöffel, Jürgen Wichmann, der personifizierte Smutje. Großer Applaus für einen starken Auftritt. Mit „Komm doch mal nach Hamburg“ machte Otto Kadel als Solist den Nicht-Hamburgern einen Besuch in unserer schönen Stadt schmackhaft. Unsere Akkordeonisten, Klaus Grzybowski und Henning Claasen, taten ihr übriges, um unser Publikum zu erfreuen. Damit war der zweite Solo-Auftritt des PCH schon wieder zu Ende, obwohl das Publikum sicher gern noch mehr vom Meer und der weiten Welt gehört hätte.                                                          

Im ersten Teil hatten unsere fernöstlichen Gäste traditionelle japanische Lieder gesungen, jetzt wurden sie internationaler. Mit dem wunderschönen Sopran-Duett “Ich hätt‘ getanzt heut‘ Nacht“ der beiden Vizechorleiterinnen Hatsune Miki und Mariko Kunito begann der Chor, um nach „Auf den Flügeln des Gesangs“ von F. Mendelssohn-Bartholdy wieder das Traditionelle zu bevorzugen. Einen Einblick in japanisches Musikleben gab uns Kanami Takeda mit ihrem Shamisen, einer japanischen Laute mit drei Saiten. Dieses Instrument beherrscht sie virtuos und hat in ihrer Heimat schon viele Preise für ihr Spiel gewonnen. Eine Dame des Chores zeigte dann den japanischen Tanz, der zur Jahreszeit passt, „Sakura“, die Kirschblüte. In einem pastellfar-benen Kimono mit einem Kirschblütenzweig in der Hand, der später gegen einen Fächer ausge-tauscht wurde, bewegte sie sich grazil zu den leisen Tönen fernöstlicher Musik.

Beim Goethe-Ensemble wurden jetzt französische und englische Töne angeschlagen. Zunächst ein Madrigal aus der Renaissance, dann ein traditionelles Spiritual und ein weiter Bogen bis zu „Mission impossible“ von Lalo Schifrin. Das Orchester zeichnete sich ein zweites Mal aus mit „El Camino Real“, dem Königsweg, von Alfred Reed. Zu dem SBN gesellte sich jetzt wieder der PC Hamburg, um noch einmal stimmgewaltig seine Präsenz zu zeigen. Der „Pilgerchor“ aus der Oper „ Tannhäuser“ von Richard Wagner beginnt ganz ruhig und steigert sich von Note zu Note und von Takt zu Takt bis dann die Büßer Gott loben und in den seligen Frieden eingehen. Diesen Frieden wünschte auch Peter Hinsch dem Publikum, als er sich bei allen Beteiligten auf und hinter der Bühne bedankte und die verantwortlichen Akteure und Solisten mit bunten Blumen-sträußen bedachte.

Zum Abschluss, denn es war inzwischen kurz nach 23:00 Uhr geworden, entließen die Sängerinnen und Sänger das Publikum mit dem Wiegenlied „Guten Abend, gut‘ Nacht“ von Johannes Brahms in einen hoffentlich strahlenden Sommer.

Damit war dieses Konzertereignis noch nicht zu Ende, denn es sollte sich am Sonntagvormittag, dem Hamburger Marathon Tag, mit einem Kommers um 11:00 Uhr im „Hofbräu an der Alster“ fortsetzen. Über 200 Gäste hatte der PCH eingeladen, um die schönen Stunden vom Vorabend noch einmal Revue passieren zu lassen. Gastgeschenke wurden ausgetauscht, von japanischer und deutscher Seite wurde gesungen und Kanami Takeda spielte noch einmal auf ihrer Shamisen. Mit Händeschütteln und vielen Verbeugungen verließen uns unsere neu gewonnenen japanischen Freundinnen.

Es war ein Frühlingskonzert mit zahlreichen Facetten, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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