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Rückblicke auf die letzten 10 Jahre Chorgeschichte.

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Weihnachtskonzerte in der Laeiszhalle                                    20.12.2009

Der Terminkalender hatte uns bis zu diesem Tag fest im Griff. Nun sollten als Höhepunkt des Chorjahres „nur noch“ die beiden Weihnachtskonzerte erfolgreich überstanden werden. Das Ereignis, das uns seit August bei unseren Proben immer vor Augen stand. Werden wir wieder so erfolgreich sein, wie bei den vergangenen Weihnachtkonzerten? Denn diese Veranstaltungen sind kein Selbstgänger, wie unser Vorsitzender, Peter Hinsch, bei seiner Begrüßung betonte. Jedes Jahr müssen wir unser Publikum neu gewinnen, um bei den folgenden Konzerten in vollen Sälen auftreten zu können. Das ist uns auch in diesem Jahr (2700 Besucher) wieder gelungen, so wie es uns die positiven Stimmen nach den Konzerten bestätigten. Nachdem der Polizeichor im Frühlingskonzert mit seinen Beiträgen nach Meinung vieler ein wenig zu kurz gekommen war, hatten wir uns für diese Konzerte viel mehr an Präsenz vorgenommen. Insgesamt 17 Lieder waren einzustudieren, davon 12 im „Alleingang“, der Rest mit den Alsterspatzen, dem Chor der Staatsoper Hamburg und Jugendsinfonieorchester Ahrensburg.

Die Bühne der Laeiszhalle – Musikhalle Hamburg ist groß, doch wenn insgesamt 160 Mitwirkende auf der Bühne Platz finden sollen, wird es hin und wieder ein wenig eng. Die Organisation hatte jedoch alles getan, um ein stimmiges Bild auf die Bühne zu bekommen und die Mitwirkenden richtig in Szene zu setzen. Geschmückt von zwei riesigen Tannenbäumen mit roten Schleifen und Kugeln und der Tannendekoration am Bühnenrand erstrahle die Bühne in weihnachtlichem Glanz, als der Polizeichor Hamburg zusammen mit den Hamburger Alsterspatzen die Bühne betrat. zum Auftakt erklang aus der Messe bréve No. 7 das Gloria, begleitet auf der Orgel von Annerose Witt. Unser Vorsitzender, Peter Hinsch, begrüßte die Gäste und Ehrengäste im ausverkauften Saal und bat nachmittags den stellvertretenden Polizeipräsidenten, Reinhard Fallak, und abends den Polizeipräsidenten, Werner Jantosch, um ein Grußwort. Beide betonten die angenehme Verbindung und die guten Kontakte zum Polizeichor und freuten sich auf die Einstimmung zur Weihnachtszeit. Als Moderatorin begrüßte Peter Hinsch dann die aus vielen Sendungen des Norddeutschen Fernsehens bekannte Moderatorin und Journalistin Julia Sen. Sie erschien in einem festlichen langen, schwarzen Seidenkleid und sagte den ersten Soloteil des Polizeichores an. Fünf besinnliche Lieder, beginnend mit „Schäfers Sonntagslied“, dann „Wenn ich ein Glöcklein wär“, und aus der Deutschen Messe von Franz Schubert das „Sanctus“ und „Wohin soll ich mich wenden“. Zum Schluss ebenfalls von Franz Schubert, „Die Nacht“, die die Zuhörer in ihren Bann zog. Dies alles a capella und in gemischter Aufstellung, d.h. Bässe und Tenöre standen nicht mehr getrennt nach Stimmen, sondern sollten durch diese „amerikanische Aufstellung“ das Klangbild verbessern, wie unser Chorleiter, Kazuo Kanemaki, im Vorfeld immer wieder betonte – und was sich als richtig herausstellte.

Die Hamburger Alsterspatzen betraten nun für ihren Soloteil die Bühne. Der Chor wird seit 30 Jahren von ihrem Gründer, Jürgen Luhn, geleitet und ist weit über Hamburgs Grenzen hinaus bekannt geworden. Mit fröhlichen Weihnachtsklängen von „O Freude über Freude“ bis hin zu „Jingle Bells“ klangen ihre hellen Stimmen durch den Saal. Unterstützt wurden sie durch „One Voice“. Das ist der Chor der „älteren“ Mädchen bei den Alsterspatzen. Der Chorleiter selbst begleitete „seine“ Mädchen und drei Jungen am Flügel.

Was sind unsere Weihnachtskonzerte ohne das Jugendsinfonieorchester Ahrensburg unter der bewährten Leitung von Prof. Michael Klaue? Er versteht es immer wieder, junge Menschen der klassischen Musik zuzuführen. Aus seinem Orchester sind schon viele großartige Instrumentalsolisten hervorgegangen. An diesem Abend brachten sie die „Havanaise“, Op. 83, ein Konzert für Violine und Orchester von Camille Saint-Saens. Johanna Erdelbrock war die vielumjubelte Solistin an der Violine. Vor der Pause folgte, vorgetragen von allen Mitwirkenden, der „Mondaufgang“ aus der Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ von Otto Nicolai. Diese schmeichelnde Melodie belohnte das Publikum mit großem Applaus.

Im zweiten Programmteil bewiesen die Akteure noch einmal was in ihnen steckt. Es begann wieder der Polizeichor Hamburg a capella mit einem Spiritual „All night – all day“, in dem Rainer Maerz als Solist sein Können bewies. Die „Hymne an die Nacht“ von Ludwig van Beethoven wurde sehr langsam und eindrucksvoll dargeboten. Für Kazuo Kanemaki unsere beste Leistung in diesem Konzert. „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ und das „Gloria in excelsis Deo“ von Wilhelm Heinrich rundeten diesen Part ab.

Die Weihnachtskonzerte des Polizeichors Hamburg leben von den Gegensätzen, die in der Programmfolge ihren Niederschlag finden. Das Jugendsinfonieorchester brachte gleich zwei Stücke zu Gehör. Zunächst die „Playful Pizzicato“ aus der „Simple Symphonie – Op. 4“ von Benjamin Britten, die von den Streichern nur gezupft wurde. Ein wunderbares Klangerlebnis. Als der Beifall verebbt war, kam Michael Klaue mit einer ehemaligen Schülerin, Jessica Turnbull-Thieme, auf die Bühne. Sie war die Solistin in dem Konzert für Klarinette und Orchester Nr. 10, 2. Satz von Carl J. Stamitz. Julia Sen erzählte, dass Frau Turnbull-Thieme 20 Jahre die Klarinette nicht angefasst hatte und nun schon nach drei Jahren wieder 1. Klarinettistin im Symphonieorchester Hamburg ist. Übrigens wirken ihre beiden Söhne inzwischen auch im Jugendsinfonieorchester Ahrensburg als Streicher mit. Musik steckt an und motiviert zum Mitmachen.

Jetzt wurde es richtig weihnachtlich mit den Alsterspatzen. Sie ließen sechs fröhliche Weihnachtslieder erklingen, und wurden mit viel Applaus bedacht. Ein kleiner Alsterspatz kam an den Bühnenrand und trug das Gedicht „Von drauß‘ vom Walde komm‘ ich her“ vor. Eine Weihnachtstüte mit Süßem war der Lohn für das gekonnt vorgetragene Gedicht. Der Polizeichor zeigte sein Können mit „Freuet euch all‘“ von Georg Friedrich Händel, einem „O Tannenbaum“ mit einem Chorsatz, der in Japan entstanden ist, und ganz gefühlvoll zum Schluss eines des schönsten Weihnachtslieder „Stille Nacht, heilige Nacht“.

Zum großen Finale versammelten sich wieder alle auf der Bühne, um aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach „Herrscher des Himmels“ mitreißend darzubieten. Aber eines darf zum Ende unserer Weihnachtskonzerte nicht - mehr? – fehlen: Das „Halleluja“ aus dem Oratorium „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel.

Dieser Mix aus hellen und dunklen Stimmen, die gegen- und miteinander das Halleluja singen.. Und dann die gewaltige Klangfülle aller Instrumente. Das ist ein Erlebnis und ließ manchem Zuhörer einen Schauer über den Rücken laufen. Bravo-Rufe und donnernder Applaus waren die Antwort des Publikums als der letzte Ton verklungen war. Es war jetzt die Zeit gekommen, „Auf Wiedersehen“ zu sagen und sich bei den Akteuren zu bedanken für ein wirklich gelungenes Konzert. Unser Vorsitzender überreichte den Orchester- und Chorleitern, den Solistinnen und der Moderatorin die wohlverdienten Blumensträuße. Dann kamen die Weihnachtsmützen auf den Kopf und alle auf der Bühne und im Saal stimmten „O du fröhliche, o du selige“ an. Ein wundervoller Nachmittag bzw. Abend ging damit zu Ende.


Das Chorwochenende in Rendsburg                           05./06.12.2009

Zwischen den Auftritten galt es, das Repertoire für unsere Weihnachtskonzerte am 20.12.2009 intensiv zu üben und zu perfektionieren. Zum dritten Mal schon war das Nordkolleg in Rendsburg unser Ziel, das wir per Bus ansteuerten. Eine ideale Übungsstätte für uns. Ein großer Übungssaal mit Flügel stand uns während der zwei Tage zur Verfügung. Wer gedacht hatte, wir könnten schon alles, der sah sich getäuscht, denn jetzt ging es an den „Feinschliff“. Das gipfelte darin, dass sich Kazuo Kanemaki am Sonntag Vormittag Bässe und Tenöre nach dem Einsingen getrennt vornahm, um die erkannten Schwächen auszubügeln. Insgesamt 8 ½ Stunden haben wir die 17 Lieder geprobt; das macht pro Lied ½ Stunde, wenn man es in Zahlen ausdrücken will. Geholfen hat es sicherlich, auch wenn wir hin und wieder „absackten“; das Ergebnis werden wir am 4. Advent sehen. Um die müden Sangesfreunde zwischendurch aufzumuntern, gab Peter Horn wieder einige Schmankerln zum Besten und Rainer Maerz erfreute uns mit dem Chor-Gedicht. Der Sonnabend Abend war dem gemütlichen Beisammensein gewidmet. Ohne das Akkordeonspiel von Klaus Grzybowski, der nicht mitkommen konnte, ist so ein Abend nur halb so schön. Der Musikausschuss tagte, ein Teil sah Bundesliga-Fussball und später einen mittelmäßigen Boxkampf, aber der größte Teil versammelte sich im Speisesaal, wo es später lautstark zuging. So kam auch die Geselligkeit nicht zur kurz. Diszipliniert wie Chorsänger nun einmal sind, ging der Abend zeitig zu Ende, so dass fast alle Sänger am nächsten Morgen fit am Frühstückstisch saßen. Zu der Verpflegung muss man noch sagen: einfach Spitze!


Vorweihnachtliche Auftritte im November und Dezember 2009

Es sind immer wieder die Rufe, die den PCH in der Vorweihnachtszeit erreichen: Bitte singt bei unserer Feier. Diesem Wunsch kommen die Sänger gerne nach, denn es gilt den meist älteren und benachteiligten Bürgern unserer Stadt. eine Freude zu bereiten..

Unsere „Tournee“ begann schon mit dem ersten Auftritt am 23.11.2009 im Bürgerhaus Wilhelmsburg zum Jahrestreffen des Seniorenkreises der IG B(ergbau) C(hemie) E(nergie) Bezirk Hamburg/Harburg. Pünktlich trafen die 43 Sänger ein, denn es galt vor dem Auftritt das Kuchenbuffet zu genießen. Bei diesem Termin ging es noch nicht ganz adventlich und damit weihnachtlich zu. Entsprechend hatte der Musikausschuss ein gemischtes Programm vorbereitet. Dem Sängergruß folgte die Begrüßung durch unseren Vorsitzenden, Peter Hinsch, der seiner Freude darüber Ausdruck gab, dass der PCH zum wiederholten Male an diesem Nachmittag im Bürgerhaus zu Gast sein durfte. Dann übergab er das Mikrofon an unseren Moderator, Peter Horn, der launig und gekonnt durch das Programm führte. Mit kleinen Anekdoten und Scherzen gespickt, brachte er das Publikum wiederholt zum Lachen und sorgte für eine angenehme Stimmung. Im ersten Teil erklangen besinnliche Lieder von „Wenn ich ein Glöcklein wär‘“ bis hin zum „Schifferlied zur Weihnacht“. Zwischen den Liedern musste zeitweise das Klavier hin und her bewegt werden. Das war deutlich zu hören und ein paar Tropfen Öl hätten den Rollen sicherlich gut getan. Aber das Publikum im vollbesetzten Saal ließ sich dadurch nicht irritieren, sondern belohnte unsere Beiträge mit lautem Applaus. Der zweite Teil war lebhafter und begann mit „Aus der Traube in die Tonne“, „Mala Moja“ und der„Schönen Isabella“. Als Klaus Grzybowski in die Tasten seines Akkordeons griff, erklangen Seemannslieder und Shanties, die vom Publikum teilweise mitgesungen wurden. Ja, was macht der PCH, wenn der Applaus nicht enden will und Zugabe-Rufe zu hören sind? Der Chorleiter, Kazuo Kanemaki, setzt sich ans Klavier und beginnt mit dem Vorspiel zum Gefangenenchor aus „Nabucco“. Immer wieder gern gehört und ein Erfolg zum Abschluss eines Auftritts. Unser Vorsitzender bedankte sich und die Sänger konnten nach einem gelungenen Auftritt zufrieden nach Hause fahren.

Zwei Wochen später, am 02.12.2009, standen – man kann schon sagen: wie in jedem Jahr – nach einer üppigen Kaffeetafel 53 Sänger im großen „Hermann-Boßdorf-Saal“ des Hamburg-Hauses am Doormannsweg. Der Saal ist übrigens nach dem Dramatiker und Balladendichter Hermann Boßdorf (1877 – 1921) benannt, der zusammen mit Fritz Stavenhagen die niederdeutsche Bühne begründete. Das Ohnsorg-Theater spielt noch heute Stücke dieses Dichters. Nach der Begrüßung präsentierte der PCH gegenüber dem Auftritt in Wilhelmsburg ein leicht gekürztes Programm, da vor und nach unserem Auftritt eine Combo aus dem Polizeiorchester die Besucher der Adventfeier des RentnerSeniorenkreises der IG B(auen) A(grar) U(mwelt) unterhielt. Unser Vorsitzender, Peter Hinsch, und unser Moderator, Peter Horn, hatten es nicht leicht, sich verständlich zu machen, da ein Mikrofon nicht zur Verfügung stand. Trotzdem freuten sich die ersten Reihen über die Ansagen des Moderators. Als zum Schluss der „Gefangenenchor“ als Zugabe nicht reichte, probierte es der PCH mit „O, du fröhliche“. Das gelang leider nicht wie gewohnt, da sich der Chor an diesem Tag als nicht sehr textsicher erwies. Trotz dieser kleinen Panne lud uns der Vorsitzende der IG BAU, Herr Schorlemmer, schon vorsorglich zur nächsten Adventsfeier am 01.12.2010 ein. Wir werden kommen ...

Das nächste Termin war am 12.12.2009 bei der Weihnachtsfeier für behinderte, einsame und hilfsbedürftige Menschen, die die Firma Vattenfall jedes Jahr einlädt. Nach dem Einsingen ging es hinüber ins das Betriebsre- staurant, wo die Eingeladenen bereits auf uns warteten. Durch das weihnachtliche Programm führte unser Geschäftsführer, Sigi Harder, der auch einige wissenswerte Details zu Komponisten und Werken beisteuerte. Mit dem „Schifferlied zur Weihnacht“ sollte unser Vortrag zu Ende gehen, aber mit ihrem Applaus forderte das Publikum noch eine Zugabe heraus, den Gefangenenchor. Mit belegten Brötchen und verschiedenen Getränken wurden die 42 Sänger anschließend dann auf das Beste versorgt.

Der vierte und letzte Auftritt auf einer Weihnachtsfeier in diesem Jahr war am 16.12.2009 in der Ernst und Claere Jung-Stiftung in Hamburg-Othmarschen, deren prominenteste Bewohnerin wohl Heidi Kabel sein mag. Ernst Jung (1896 – 1976), der die Stiftung ins Leben rief, war ein erfolgreicher Reeder und Öl-Importeur. Da er kinderlos blieb, gründete er zusammen mit seiner Ehefrau 1967 zwei Stiftungen für Altenheime und die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung, die jedes Jahr den mit € 250.000,00 höchstdotierten deutschen Medizin-Preis, den Ernst-Jung Preis für Humanmedizin, vergibt. In der schönen Anlage war der Veranstaltungsraum weihnachtlich geschmückt, als wir mit 36 Sängern einmarschierten. Der Leiter der Einrichtung, Herr Udo Wunderlich, begrüßte die Bewohner und freute sich, den Polizeichor Hamburg für diese Feier gewonnen zu haben. Ein umfangreiches Programm hatten wir uns vorgenommen. Begonnen wurde mit drei maritimen Liedern, wie unser Moderator, Otto Kadel, anmerkte, begleitet natürlich von unserem Akkordeonisten, Klaus Grzybowski, der uns auch bei der „Schönen Isabella“ zur Seite stand. Der Übergang zu Weihnachtlichem gelang mit „Wenn ich ein Glöcklein wär“. Acht Lieder zur Weihnachtszeit erfreuten die Bewohner im vollbesetzten Saal. Bei vielen Liedern sang das Auditorium kräftig mit, ein Zeichen dafür, dass unser Programm gut angenommen wurde. Auch hier mussten wir als Zugabe noch den Gefangenenchor aus „Nabucco“ zum Besten geben.


Edenkoben – Seemannslieder an der Weinstraße         25.09.-01.10.2009

Im vergangenen Jahr hatte der Vorstand beschlossen, unsere Chorreise 2009 nach Edenkoben zu planen, diesem kleinen, 6.980 Einwohner zählenden Ort am Ostrand des Pfälzer Waldes direkt an der Deutschen Weinstraße gelegen. Es ist nicht das erste Mal, dass der Polizeichor Hamburg (PCH) dort auftritt. Schon seit 1986 verbinden freundschaftliche Kontakte den PCH mit Edenkoben, die mit Besuchen und Gegenbesuchen immer wieder aufgefrischt werden. So folgten wir in diesem Jahr einer Einladung zur Eröffnung des Weinfestes.

Untergebracht waren wir in der Sportschule des Südwestdeutschen Fußballverbandes oberhalb von Edenkoben in malerischer Umgebung. Rolf Knoche, der Leiter, hieß uns bei unserer Ankunft herzlich Willkommen. Diese herzliche Art der Pfälzer haben wir während unseres gesamten Aufenthaltes genossen. Ganz besonders hervorheben müssen wir hierbei Dietmar „Didi“ Artmann aus Kaiserslautern, der uns unermüdlich zu – fast – jeder Tages- und Nachtzeit hinter der Theke mit allen „anständigen und unanständigen“ Getränken versorgte, wie unser Vorsitzender zu sagen pflegte. Die ganze Anlage war sehr gepflegt. Großzügige Zimmer, ein Hallen-Schwimmbad und schöne Speise- und Aufenthaltsräume standen uns zur Verfügung. Wir hatten das ganze Haus belegt und mussten daher keine „Störungen“ von außen befürchten. So konnten wir uns hier in aller Ruhe auf unsere Auftritte inmitten der Weinberge vorbereiten.

Doch zunächst stand am Sonnabend eine Rundfahrt auf der Weinstraße in nördlicher Richtung auf dem Plan. Über Maikammer, Neustadt a.d. Weinstraße, mit einem kleinen Rundgang vom Bahnhof aus, nach Bad Dürkheim, wo das 1,7 Mio. Liter fassende, größte Fass der Welt zu bestaunen war. Eigentliches Ziel aber war Speyer, die Domstadt. Die um 1030 von Konrad II. gegründete romanische Basilika ist die größte noch erhaltene romanische Kirche der Welt. Sie ist 134 m lang und 111 m breit. Welche Dimensionen! In der Krypta befindet sich die Grablege von acht deutschen Kaisern und Königen. Der aus gelbem und rotem Sandstein erbaute Dom zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ehrfurchtsvoll steht man im Kirchenschiff vor den gewaltigen Säulen, die fast in den Himmel zu ragen scheinen. Die Organistin, die an der Orgel probte, erfüllte das Kirchenschiff mit ihrem Spiel. Nach diesen Eindrücken ging es hinaus auf den sonnigen Domplatz und in die Maximilianstraße, wo ein Trödelmarkt das Interesse hauptsächlich unserer Damen fand. Diese kaiserliche Prachtstraße endet nach 600 m am westlichen Stadttor Altpörtel.

Auf der Rückfahrt machten wir Station in Edenkoben, um uns mit dem Städtchen anzufreunden. Das gelang auf Anhieb, denn wir tummelten uns auf dem Weinfest oder labten uns in der Kirche an der Kaffeetafel. Abends, in der Sportschule, bekamen wir Besuch von einer Abordnung des Volkschores Edenkoben. Es wurde viel geredet und gelacht, aber als die beiden Bänkelsänger, Peter Mayrhofer mit seiner Gitarre und Hans-Jürgen Peter auf der Teufelsgeige pfälzische Lieder anstimmten, die teilweise ins Hochdeutsche übersetzt werden mussten, kannte die gute Laune keine Grenzen mehr. Der wundervolle Wein tat natürlich sein übriges.

Unsere Auftritte begannen am Sonntag morgen, wo wir während des Gottesdienstes in der gut gefüllten Protestantischen Kirche sangen. „Ich bete an die Macht der Liebe“, „Sanctus“, „Morgenrot“ und „Abendfreden“ waren unsere Beiträge zu dem von Pastorin Ahnefeld mit einer anspruchsvollen Predigt gestalteten Gottesdienst. Ihr Lob über unsere Darbietungen hat uns sehr gefreut und für die nächste Aufgabe an diesem Tage motiviert. Aus der kühlen Kirche ging es hinaus auf den sonnenbestrahlten Festplatz mit Festzelten und Bühne. Dort sollten wir unsere Visitenkarte vor einem weitaus zahlreicheren Publikum abgeben. Der Stadtbürgermeister, Werner Kastner, und die Weinkönigin nebst Prinzessin stellten uns dem Publikum vor. Wie kann man in so einer Umgebung besser starten als mit „Aus der Traube in die Tonne“. Die Stimmung wurde weiter angeheizt mit der „Schönen Isabella aus Kastilien“, dem „Fräulein Helen“ und „Mala Moja“. „Wochenend‘ und Sonnenschein“ passte genau und mit dem „Jägerchor“ ging der erste Teil zu Ende. Der zweite Block war dann den Seemannsliedern und Shanties vorbehalten. Großer Applaus zwischen und zum Ende unserer Darbietungen zeigte, dass wir das richtige Liedgut ausgesucht hatten. Wie schon am Tag zuvor genossen wir dann das Weinfest, jetzt aber in „Zivil“.

Am Montagmorgen fand die offizielle Begrüßung durch den Stadtbürgermeister vor der Villa Ludwigshöhe und dem darunter liegenden Kavaliersbau statt, die neben dem Hambacher Schloss ein weiteres Muss dieser Region sind. Wieder schien die Sonne vom strahlend blauen Himmel als der Stadtbürgermeister uns bei Secco und Laugenbrezeln einiges von Edenkoben, der Weinstraße und eben der Villa Ludwigshöhe erzählte. „Eine Villa italienischer Art, nur für die schöne Jahreszeit bestimmt und in des Königreichs mildestem Teil“ – diesen Wunsch verwirklichte sich der bayerische König Ludwig I. um 1850. Es ist eine an antike Vorbilder erinnernde klassizistische Villa mit Dekorationen im „pompejanischen Stil“, eingebettet in eine Landschaft, die mit ihren Weinbergen und Esskastanienhainen wirklich an Italien erinnert. Von den zwei übereinander liegenden Säulengängen mit dorischen Säulen unten und ionischen oben kann man weit in die Landschaft der Rheinebene hinaus sehen; bei klarer Sicht bis an den Schwarzwald im Süden, Heidelberg und Odenwald im Osten und Mainz im Norden. Im Westen erhebt sich hinter der Villa Ludwigshöhe der Rietberg (550 m ü.d.M.), den wir anschließend mit dem Sessellift der Rietburgbahn „erklommen“, um von ganz oben noch einmal die Aussicht zu genießen. Einen Teil der pfälzischen Küche hatten wir bereits auf dem Weinfest mit Saumagen kennengelernt, heute nun gab es im Hüttenbrunnen Rindfleisch und Fleeschknepp mit Meerrettich und Klößen, vergleichbar mit Wiener Tafelspitz. Eine leckere Mahlzeit, die uns im Wald serviert wurde. Von dort noch einmal aufs Weinfest, dem letzten Abend des 64. Edenkobener Weinfestes, das mit einem prachtvollen Feuerwerk gegen 22:00 Uhr abgeschlossen wurde. Aber im Sporthotel wartete ja bereits „Didi“ auf uns ...

Etwas fehlte noch von der Weinstraße, der südliche Teil. Diesen erkundeten wir am Dienstag. Die Fahrt ging direkt zum Deutschen Weintor in Schweigen-Rechtenbach. Dieses 1936 errichtete Tor markiert den Beginn der Deutschen Weinstraße, die nach 85 km in Bockenheim endet. Kurz danach überquerten wir die deutsch-französische Grenze, um uns die Grenzstadt Wissembourg (= Weissenburg) anzuschauen. Nach einem kurzen Rundgang wartete bereits die Stadtrundfahrt auf uns, die uns in einer guten Stunde kreuz und quer durch dieses malerische Städtchen am Fuße der Vogesen führte. Jetzt wussten wir, was sehenswert war. Zum Beispiel die Abteikirche St. Peter und St. Paul, die nach dem Straßburger Münster zweitgrößte Kirche im Elsaß. Sie ähnelt in ihrer Art dem Dom zu Speyer, war aber im Inneren wesentlich dunkler, allein schon durch die farbigen Glasfenster mit den Fensterrosen und den Fresken. Das Flüsschen Lauter teilt sich vor der Stadt und fließt an der Stadtmauer und auch mitten durch die Stadt. So ergeben sich viele reizvolle Perspektiven, die unsere Fotografen weidlich nutzten.

Damit war der Tag noch nicht ausgefüllt, denn es wartete ein Stehempfang im Weingut Schäfer auf uns. Hausmacherbrote, belegt mit Mett, Blut- und Leberwurst machten Appetit auf den leckeren Wein, der freigiebig ausgeschenkt wurde. Interessant war auch die Besichtigung des Weinkellers mit Informationen durch den Inhaber, Bernd Schäfer. Durch Horst Helf besteht schon lange die Möglichkeit, Weine aus diesem prämierten Betrieb zu beziehen. Für Mittwoch vormittag war die Entscheidung zur Besichtigung des Schuhmuseums in Hauenstein gefallen. Eine sehr informative Führung durch die verschiedenen Stationen der Herstellung und der Geschichte dieses Ortes, der seit 1886 von der Schuhherstellung geprägt wurde. Das 20 km entfernte Pirmasens war das Vorbild. Bis dahin hatten die Hauensteiner nur als Zulieferanten fungiert. Damals aber wollten die Brüder Carl-August und Anton Seibel selber Schuhe herstellen. Das war der Beginn des Aufschwungs, an deren Ende bis zu 14 Schuhfabriken standen – heute gibt es nur noch eine! Aber eine ähnliche Entwicklung hat auch Pirmasens hinter sich. Im Schuhmuseum waren u.a. mit der Ernst-Tillmann-Sammlung über 3.500 Paar Schuhe aus vielen Jahrhunderten zu bewundern, sowie die Schuhe berühmter und bekannter Persönlichkeiten zu sehen. Es waren sehr informative 90 Minuten und mancher wäre gern noch etwas länger geblieben. Mit einem Besuch in einem der vielen Schuhgeschäfte im Ort wurde der Besuch in Hauenstein fortgesetzt. Aber die Zeit wurde knapp, die Busse standen bereit, denn am Abend sollte unser Konzertauftritt folgen.

Gegen 18:00 Uhr betraten wir den „Kurpfalzsaal“ in Edenkoben, um uns einzusingen und die bereitgestellten Brötchen zu genießen. Um 19:30 Uhr sollte das Herbstkonzert vom Volkschor Edenkoben 1871 e.V. beginnen. Der Saal war ausverkauft, als die 1. Vorsitzende, Heidelore Keim-Nolzen, nach dem Pfälzer Sängerspruch, den der ganze Saal mitsang, und dem Lied „Freunde, die ihr seid gekommen“ die erwartungsfrohen Zuhörer willkommen hieß und den PCH auf die Bühne bat. Wir begannen mit dem Lied „Wenn ich ein Glöcklein wär‘“ und setzten unseren Part mit weiteren besinnlichen Liedern fort, bei denen wieder Rainer Maerz und Walter Wozny mit dem Solo der „12 Räuber“ glänzten. Bei dem Bühnenwechsel gab es noch Grußworte vom Stadtbürgermeister, Werner Kastner, und der 16jährigen Weinprinzessin, Christine II., die mit Ihrer launigen Ansprache viel Beifall erntete. Der inzwischen auf der Bühne erschienene Volkschor, der von Hartmut Hetterich geleitet wurde, intonierte zwei fröhliche Lieder aus der Pfalz. Der 2. Block des PCH begann mit dem Echo-Chor der Zigeuner „Im Wald“. Das „Echo“ stand an der Rückseite des Saales und brachte das Stück wirkungsvoll zur Geltung. Somit waren die Zuhörer eingestimmt auf die folgenden Opernchöre und als Schluss auf des „Schäfers Sonntagslied“. Der zweite Teil des Abends stand für den PCH unter dem Motto Hamburg und die Seefahrt. Maritimes Flair kam auf, als mit Akkordeonbegleitung Shanties und Seemannsliedern in unserem Outfit „Seemann weiß“ erklangen. Peter Jonsson sagte, wie schon im ersten Teil, die Lieder an, die er mit spaßigen Überleitungen garnierte. Unser gut gelaunter Chorleiter, Kazuo Kanemaki forderte das Publikum wiederholt zum Mitsingen und Mitklatschen auf und erntete viele Lacher, als er den Inhalt des japanischen Liedes „ßolan bushi“ erklärte. Zwischen dem 3. und 4. Block des PCH sangen die Frauen und Männer des Volkschores ihre stimmungsvollen Lieder. „Komm‘ doch mal nach Hamburg“, mit dieser Einladung zu einem Gegenbesuch in Hamburg verabschiedete sich der PCH vom begeisterten Publikum in Edenkoben. Nach zwei Zugaben ging ein wunderschöner Abend zu Ende.

Bei der Abreise am Donnerstag morgen zogen zum ersten Mal seit einer Woche graue Wolken auf. Als wir die Mannschaft der Sportschule mit einem Abschiedslied auf dem Vorplatz erfreuten, glaubten wir zwei feuchte Augen im Gesicht unseres guten Geistes „Didi“ zu sehen. Hatte es ihm mit uns ebenso gut gefallen, wie es uns in der Sportschule und in Edenkoben mit ihm gefallen hat? Wir haben diese sonnige Woche jedenfalls in vollen Zügen genießen können.


60 Jahre Kazuo Kanemaki und 20 Jahre Hamburg–Osaka     10.09.2009

Diese beiden denkwürdigen Anlässe waren Motivation und Ansporn für die acht von Kazuo Kanemaki geleiteten Chöre aus Hamburg und Umgebung unter der Federführung des PCH ein Festkonzert im größten und schönsten Konzerthaus Hamburgs zu veranstalten.

Am 25. August 2009 wurde unser Chorleiter, Kazuo Kanemaki, 60 Jahre alt. Kann man alt sagen? Nein, denn er selbst sagt von sich, dass er sich noch jung und vital fühlt; und das können alle, die mit ihm arbeiten und singen, nur unterstreichen.

Und es war ein glücklicher Zufall, dass das Jubiläums-Konzert in der Laeiszhalle-Musikhalle Hamburg am 10.09.2009 stattfand, eingerahmt von zwei großen Aufführungen im gleichen Hause. Am Tage zuvor stand Anna Jurjewna Netrebko (geb. 18.09.1971) auf dieser traditionsbeladenen Bühne. Und am Abend danach feierte der Dirigent Prof. Christoph von Dohnányi dort seinen 80. Geburtstag (geb. 08.09.1929). Bei ihm hat Kazuo Kanemaki unter anderem als Hauptfach „Dirigieren“ studiert. Alle Drei sind im Sternzeichen der „Jungfrau“ geboren. Wenn das nicht musikalisch verbindet ...

Es war aber auch ein Abend der Erinnerung an die Städtepartnerschaft Hamburg – Osaka, die beide Hafenstädte seit 20 Jahren freundschaftlich verbindet und die sie pflegen. Folgerichtig war einer der Ehrengäste der japanische Generalkonsul, Seisuke Narumiya.

„Eine Reise durch verschiedene Epochen der klassischen Musik“ das war der Untertitel dieses Konzertes, das sich Kazuo Kanemaki selbst zum Geschenk gemacht hat. Und das ist ihm aus dem Herzen gesprochen. Als er im Sommer 1974 nach Hamburg kam, nach Deutschland, in das Land der klassischen Musik, in dem Bach, Beethoven, Brahms, Mendelssohn-Bartholdy, Furtwängler, Wagner und viele, viele mehr geboren sind. Wo die Sprache so schön mit der Musik harmoniert, lernte er eifrig die Sprache, um die Inspiration zu spüren, die von der klassischen Musik ausgeht. Nur leider spürt er heute immer weniger Interesse an klassischer Musik. Warum, fragt er sich. Denn die klassische Musik ist die Basis auch für alle anderen Musikrichtungen. Daher war sein Konzert auch sein Appell: Möge die weltweit anerkannte deutsche klassische Musik noch viel mehr gehört, gespielt und geliebt werden!

Ja, und das taten dann auch alle Mitwirkenden, seine von ihm betreuten acht Chöre, die mit insgesamt 300 Sängerinnen und Sängern angetreten waren, das Chorensemble KAZE aus Japan, die Solisten und das Festival Orchestra. Der erste Teil des Programms war den Chören vorbehalten, die in unterschiedlichen Zusammensetzungen gemeinsam sangen. Es begann mit dem „Halleluja“ aus dem Messias von G.F.Händel, es folgten das „Abendlied“ von Rheinberger und zwei japanische Lieder, die von seinem älteren Bruder, Shinichiro Kanemaki, dirigiert wurden. Mit der Kantate Nr. 140 von J.S.Bach und dem „Alleluja“ von W.A.Mozart schloss sich der Reigen besinnlicher Lieder, die beiden letzten in der Bearbeitung von Shinichiro Kanemaki. Der nächste Block brachte den begeisterten Zuhörern Opernchöre wie den Chor der Priester aus der „Zauberflöte“, den Jägerchor aus „Der Freischütz“ und die „Landerkennung von E. Grieg mit Michael Doumas, Bariton, als Solist. Dann zwei Gegensätze, „O Fortuna“ aus der „Carmina Burana“ von Carl Orff und das japanische „Moero“, das Lied des Dezember, vom Orchester ganz sachte begonnen, sprüht es dann, wenn der Chor einsetzt, vor Fröhlichkeit, was man auch am lebhaften Dirigat von Shinichiro Kanemaki deutlich sah. Nach diesen vielfältigen Eindrücken, bat der Moderator des Abends, Mitsuo Kanemaki, der Sohn von Kazuo und Saeko Kanemaki, zur Pause.

Der zweite Teil gehörte dem Festival Orchestra und den Instrumental-Solisten. Es war der Wunsch von Kazuo Kanemaki, in diesem Konzert nicht nur der Chormusik, sondern auch seiner zweiten Liebe, der Orchestermusik, nachzugehen. Denn als ständiger Gastdirigent leitet er in der Berliner Philharmonie seit 2006 „das sinfonie orchester berlin“. Mit dem einfühlsamen „Air“ von J.S.Bach begann der Reigen durch die Epochen. Dann folgte eine Uraufführung, „Tango“ von Yojiro Minami, der bejubelt wurde. Klassisch folgten das Konzert für Violine (Solistin Marlene Ito) und Orchester E-moll Op. 64, 1. Satz, von F. Mendelssohn-Bartholdy, und das Konzert für Klavier (Solistin Yayoi Higaki) und Orchester Nr. 2, C-moll Op. 18, 1. Satz von S. Rachmaninow. Mitsuo Kanemaki kündigte die Symphonie Nr. C-moll Op.68, 4. Satz, an. Er meinte, dass sein Vater bei diesem Stück eintauche in die Musik und mit ihr Eins werde. Es war ein Erlebnis, die Hingabe zu beobachten, mit der Kazuo Kanemaki sein Festival Orchestra dirigierte. Jubelnder Applaus und Standing Ovations waren sein Lohn. Das Festival Orchestra intonierte „Happy Birthday“ und alle sangen mit. Die Freude über einen gelungenen Abend waren ihm und allen Beteiligten anzumerken, als die Dankesworte gesprochen und viele Blumensträuße überreicht wurden. Alle Mitwirkenden versammelten sich auf der Bühne und im seitlichen Zuschauerraum, um zum Schluss die „Ode an die Freude“ aus der Symphonie Nr. 9 von L. v. Beethoven gemeinsam zu singen. Ein würdiger Abschluss für einen denkwürdigen Abend.                                                                                                             

Genügt so ein wundervoller Abend, um die 20-jährige Partnerschaft zwischen den großen Handelsmetropolen Osaka und Hamburg und gleichzeitig den 60. Geburtstag des großartigen und vielseitigen Dirigenten, Musikfachmannes und Ehrendirigent des PCH (Polizeichor Hamburg von 1901 e.V.) Kazuo Kanemaki gebührend zu feiern? Das in seiner internationalen Mischung und professionellen Klangfülle und Durchführung einzigartige Konzert am Donnerstag konnte natürlich nicht so verklingen. Darum trafen sich Teile aller acht Chöre und Ensembles mit Partnern am folgenden Freitag zu einem „familiären“ Kommers in der stilvollen, urigen Kantine der Holsten-Brauerei in Hamburg, wobei die Gäste aus Japan vollzählig waren, weil sie den Sangesschwestern und brüdern ein spezielles Sonderprogramm bieten wollten.

Das Chorensemble „Kaze“, was übersetzt „Wind“ heißt, brachte wirklich frischen Wind in das Konzert und nun auch in die Nachfeier bei Holsten. Shinichiro Kanemaki ist ein Bruder von Kazuo und feierte schon 1993 seinen 60. Geburtstag. Extra dazu hatte er den neuen „Windchor“ gegründet. Bei Holstenbier und belegten Broten erlebte der prallvolle Saal ein Japanprogramm von historisch bis modern, teils in malerischen Kimonos und sogar einer echten Sen-Mönchsrobe bei den Männern. Wir erlebten noch einmal die schon in der Musikhalle frenetisch gefeierte Pianistin Yayoi Higaki, sahen japanische Tänze und mussten uns zum Schluss sogar alle bei einem Saaltanz auszeichnen, was mehr schlecht als recht versucht wurde. Die reizende Anmut der zierlichen Japanerinnen von „Kaze“ konnten wir Hanseaten nicht ganz kopieren.

In seinem Grußwort in der stilvollen Festschrift hatte schon der Generalkonsul von Japan, Seisuke Narumiya, auf die Bedeutung des 60. Lebensjahres bei Japanern hingewiesen: „...Nach orientalischer Weltanschauung besteht eine Lebenseinheit aus zwölf Jahren. Hat man fünfmal diese Einheit gelebt, so fängt ein neues Leben an. Zu diesem Zeitpunkt weist nämlich der ostasiatische Kalender wieder dieselben Jahreszeichen auf, wie bei der Geburt.“ Zu diesem besonderen Tag trägt der Säugling, wie der 60-Jährige etwas Rotes. Kazuo Kanemaki wurde also von seiner vollzählig anwesenden Familie in eine knallrote Weste gekleidet. Er zeigte sich sichtlich stolz und gerührt! Auch alle Geschenke sind in verheißungsvollem Rot gehalten, und die wurden von allen Seiten reichlich ausgetauscht. Schließlich hatten sehr viele Helfer hinter den Kulissen zum Gelingen des Konzerts und der Nachfeier beigetragen. Alle wurden entsprechend gewürdigt. Ein besonderer Akzent wurde gesetzt durch das blumengeschmückte Bild vor der Bühne von der kürzlich verstorbenen Kanemaki Mutter, Großmutter und Urgroßmutter. Wenn man einen solchen Abend erlebt hat, möchte man eigentlich gar nicht aufhören und unter Freunden weiterfeiern. Man fragt sich dann im Stillen, warum kann es nicht immer und überall so sein ..

                                                                                                                                       Holger Dörin / Otto Kadel


Mit dem Schwarzmeer Kosaken-Chor „in concert“                     30.08.2009

Über ein Jahr dauerte es von der ersten Anfrage bis zur Realisation des gemeinsamen Konzertes in der ev.-luth. Hauptkirche St. Trinitatis in Hamburg-Altona am 30.08.2009. Und was für ein Konzert! Durch die Sommerpause war die sangliche Vorbereitungszeit für den PCH etwas kurz geraten, aber unser Chorleiter, Kazuo Kanemaki, machte uns auf den Punkt fit. Um den großen Stimmen des Schwarzmeer Kosaken-Chores (SKC) ein Pendant entgegenzusetzen, hatte sich der Musikausschuss für besinnliche Chorstücke entschieden. Wie sich zeigen sollte, war das genau der Kontrapunkt zu den Vorträgen des SKC.

Doch zunächst begrüßte Herr Manfred Seebauer die Mitwirkenden und die Zuhörer in der gut gefüllten St. Trinitatis Kirche. Als Mitglied des Kirchenvorstandes und in Vertretung von Pastor Fridetzky gab er einen kleinen Abriss über die Geschichte der Kirche. Erbaut wurde sie 1649/50. Der Turm wurde jedoch schon nach 40 Jahren abgerissen und von Jacob Bläser neu errichtet. 70 m hoch und der Turmspitze von St. Katharinen ähnlich, sollte er den Hamburger Türmen Konkurrenz machen. Das Kirchenschiff wurde dann 1742/43 neu erbaut und diente bis zur Zerstörung durch Bomben am 24.07.1943 als Hauptkirche in Altona. Ab 1958 erfolgte der Wiederaufbau mit einem kreuzförmigen Kirchenschiff, das von dem ebenerdigen, zentralen Altar und einer Orgelgalerie dominiert wird. Besonders hervorzuheben ist hierbei das einzige historische Ausstattungsstück, das auf einer neu geschaffenen Kreuzsäule errichtetes Kruzifix mit einem lächelnden Jesus. Diese Darstellung ist im europäischen Raum einzigartig.

In dieser stimmungsvollen Atmosphäre begann der PCH das Konzert mit dem „Glöcklein“. Die Augen unseres Chorleiters strahlten und zwei Daumen gingen nach oben als der Schlussakkord verklungen war. So fein und rein hatte das Glöcklein lange nicht mehr geklungen. „Die Nacht“ von F. Schubert, das „Largo“ von G.F. Händel und „Im Abendrot“ von F. Schubert rundeten diesen ruhigen Teil ab. Alle Lieder klagen in diesem Kirchenraum besonders eindrucksvoll und wurden jeweils mit herzlichem Applaus bedacht.

Nun war es Zeit für den SKC mit seinen zehn Sängern aufzutreten. Voran Peter Orloff als Atamann (= früher Kosakenführer), der den traditionellen Chor seit 1993 leitet. Es gibt viele Don Kosaken-Chöre, aber nur einen Schwarzmeer Kosaken-Chor, betonte er in seiner Begrüßung. Als Solist im SKC erlangte Ivan Rebroff Weltruhm. Vom Tenor über den Bariton bis hin zu den Bässen ist jeder der Sänger ein exzellenter Solist. Stimmen so schön und groß wie Russland. Das wurde bei den folgenden Liedern deutlich. Die Jubiläums-Tournee 2009 begann mit dem Teil „Heiliges Russland – aus der russ.-orthodoxen Liturgie“. Dazu muss man wissen, dass der Vater von Peter Orloff, der Theologe und Sohn eines Zarengenerals, Nikolai Orloff, den Chor 1938 gründete und über 30 Jahre leitete. Alle Mitglieder sind tiefgläubige Christen, die ihre Stimmen dem Dienst an Gott und den Menschen geweiht haben. Insofern ist der SKC für Peter Orloff Vermächtnis und Verpflichtung zugleich. Peter Orloff hat von sich selbst einmal gesagt: „Ich habe ein deutsches Herz und eine russische Seele.“ Das spürte man in seinen

Überleitungen. Fast alle Choräle oder liturgischen Gesänge hatten einen Soloteil, der tief beeindruckte und uns die Seele Russlands näherbrachte.

Nach der Pause nahm der PCH wieder Aufstellung, um das erwartungsfrohe Publikum mit vier Liedern zu begeistern. In „Schäfers Sonntagslied“ mit dem gewaltigen Beginn „Das ist der Tag des Herrn“ und je zwei Solisten aus den vier Stimmen im leiseren Teil, zeigte der PCH was in ihm steckt. Die “Serenade“ und aus der „Zauberflöte“ von W.A.Mozart der Chor der Pilger führte das Publikum zum letzten Lied „Landerkennung“ von E. Grieg. Der Solopart wurde von unseren Sangesfreunden Rainer Maerz und Walter Wozny so gefühlvoll herübergebracht, dass das Publikum am Ende unseres Teils begeistert applaudierte.

Hatte der SKC im ersten Teil schwarze Kittel getragen, so erschienen sie jetzt mit weißen Kitteln auf der Empore, um im zweiten Teil traditionelle russische Volksweisen und Balladen in den Originalversionen zu singen, wie sie seit Jahrhunderten gesungen werden. Hier wurde die ganze Bandbreite des Könnens und des Stimmumfangs der einzelnen Mitglieder besonders deutlich. Klar und ohne Timbre kamen die Töne, ob sie nun mit der Kopfstimme die höchsten Höhen erklommen oder mit dem tiefsten Bass das Kirchenschiff vibrieren ließen. „Abendglocken“,

„Kalinka“, „Die Legende von den 12 Räubern“, „Lied der Wolgaschlepper“ und so weiter jagten den Zuhörern manchen Schauer über den Rücken, die begeistert klatschten und nicht genug bekamen. All dies wurde mit leichter Hand von dem Dirigenten und exzellenten Tenor, Stoyan Malinow, geleitet. Zum Abschied sangen alle gemeinsam „Guten Abend, gut‘ Nacht“. Es war ein eindrucksvoller Abend, der allen, Mitwirkenden und Publikum sehr viel gegeben hat. Der PCH hat sich in dieser Konstellation gut geschlagen, was sich aus den Worten des Dirigenten entnehmen ließ: „Was singt ihr bloß für schwierige Lieder!“ Und dass diese auch noch fast perfekt zu Gehör gebracht wurden, verdanken wir unserem Chorleiter, Kazuo Kanemaki.

Peter Orloff ist gemeinhin mehr als Schlagersänger und Produzent bekannt. So schrieb er z.B. „Du“ für Peter Maffay oder für Bernd Clüver „Der Junge mit der Mundharmonika“, dann „Der kleine Prinz“, „Schau mal herein“ oder „Silvermoon Baby“ und noch viele mehr. Das zeigt die Vielseitigkeit dieses Künstlers, der beiden Genres in eindrucksvoller Weise gerecht wird. Wir durften an diesem Abend sein klassisches Talent bewundern.


„Sommerlüfte“ in Planten un Blomen                                        20.06.2009

„Sommerlüfte“, so war unser diesjähriges Frühlingskonzert in der Musikmuschel in Planten un Blomen überschrieben. So ganz waren sie nicht, aber die ständigen Bitten an Petrus sollten helfen. Wir werden sehen.
Am Freitag nachmittag sollte der Bus mit den Sangesfreunden aus Mülheim zum Hamburg Besuch anrollen. Wie es beim PC Hamburg so Sitte ist, werden unsere auswärtigen Gäste vor den Toren Hamburgs herzlich Willkommen geheißen. Diesmal an der Raststätte Stillhorn an der A 1. Bei Regen versammelte sich der Vorstand zur Begrüßung. Hamburger Schmuddelwetter ist weltbekannt, muss aber nicht sein, schon gar nicht bei einem solchen Freiluftauftritt. Doch – Petrus sei Dank! – als der Bus auf die Raststätte rollte, verzogen sich die Wolken und die Sonne trat hervor (ähnlich wie in „Das Morgenrot“). Den Sangesfreunden aus Mülheim und Herne wurde Matjes mit Hausfrauensoße, der von unserem Sangesfreund Klaus Rehder wie immer in hervorragender Qualität besorgt wurde, kredenzt. Das muss man schon sagen, denn es war ein Tisch mit Hamburger Flagge gedeckt und aus einem Autoradio klang das Willkommens-Lied „Hallo, hier Hamburg“. Peter Linska, unser Orga-Leiter, sorgte dann mit Tetra-Packs mit Milch, Apelsaft usw. für etwas Verwirrung. Darauf war man nun überhaupt nicht eingestellt. Später entpuppte sich der Inhalt als tiefgekühlter Hamburger Kümmel, der mit einem Bier den Genuss erst vollkommen machte. Für manchen fremd, so haben unsere Meeresfrüchte doch allen geschmeckt, und auf den Norden eingestimmt. Manches fröhliche Wort wurde gesprochen und viel gelacht. Nach einer Stunde wurde zum Aufbruch gemahnt, denn Wolfgang Schehlmann hatte noch eine kleine Stadtrundfahrt als Lotse eingeplant, bevor es ins Hotel ging. Der Himmel zog sich wieder zu. Es regnete ...

Am Sonnabend nachmittag begann nun der Ernst des Besuches, nämlich der Freiluft-Auftritt in der Musikmuschel. Ab 14:00 Uhr trudelten die Sänger und die Mitglieder des Akkordeon-Orchesters „Viva la Musica“ aus Wedel ein. Die Sänger aus Mülheim mit schwarzer Hose, weißem Hemd, Fliege und Weste wirkten elegant. Im Gegensatz zum PC Hamburg, der sich in „Seemann weiß“ zeigte. Ein guter Kontrast, der sich auch im Konzert niederschlagen sollte. Aber das Wetter! Es regnete! Dunkle Wolken zogen vom Fernsehturm her über den Park und ließen Schlimmes erahnen. Unsere ersten Fans saßen mit Schirm und Ostfriesennerz bereits in den ersten Reihen. Die sind das gewohnt. Aber wir wollten ja noch mehr mit unserem Gesang und unserer Musik erfreuen. 15:00 Uhr war Beginn und wieder – Petrus sei Dank! – verzogen sich die Wolken und die Sonne trat hervor. Die Stühle waren zwar nass, aber das war mit Tempo-Tüchern und ähnlichem schnell beseitigt. Inzwischen hatten alle Konzertteilnehmer Aufstellung genommen und unser Chorleiter, Kazuo Kanemaki, stimmte die Gäste mit dem „Sängergruß der Polizei“ ein. Unser Vorsitzender, Peter Hinsch, begrüßte die bereits Anwesenden und freute sich mit der Sonne, dass wir im Trockenen beginnen konnten. Dann übergab er das Mikrofon an Peter Jonsson, unseren heutigen Moderator.

Der stellte zunächst den PC 1920 Mülheim vor, der von dem MGV Arion Herne-Baukau von 1878 unterstützt wurde. Denn beide haben den gleichen Chorleiter, den Fürsten Juri Dadiani, der aus Georgien stammt und von dort auch das Temperament mitgebracht hat. Das präsentierte er eindrucksvoll bei seinem Dirigat. Zwei Opern- und zwei Operettenchöre hatte sich der PC Mülheim zum Auftakt ausgesucht. Besonders gefielen den immer zahlreicher werdenden Zuhörern die Solopartien des Vorsitzenden des PCM und hervorragendem Tenor, Franz Gibowski. Großer Applaus war der Lohn für Solist, Chor und Dirigent.

Mit ihrem Leiter, Henning Claasen, trat nun das Akkordeon-Orchester „Viva la Musica“ in Aktion. Schwungvoll wurde der Kavallerie-Marsch von Fritz Däster gespielt. „Biskaya“ und der Kaiserwalzer von Johann Strauß Sohn rundeten diesen Auftritt ab.

Als letzten Part des ersten Teils kündigte unser Moderator nun den PC Hamburg an. Wie gesagt, in „Seemannskleidung“ im Sonnenschein brachten wir Hamburger Lieder und drei englischsprachige Shanties zum Besten wie „My bonnie is over the ocean“. In diesem Teil bekamen unsere Solisten Hans-Joachim Harms, Peter Jonsson und Martin Vetter als Sänger und Klaus Grzybowski und Henning Claasen an den Akkordeons ihren verdienten Beifall.

Es ist ja nicht nur das treue Publikum, das wir erfreuen, sondern auch in diesem Jahr wurden wir alle wieder erfreut von der „Lady in Red“, einer älteren Dame in einem langen roten Mantel mit einem roten Kompotthut, die die Auftritte der Chöre und des Akkordeon-Orchesters mit ausdrucksvollen Tanzbewegungen begleitete. Zeitweise gesellten sich auch andere Damen hinzu, die aber wesentlich schlichter gekleidet waren als unsere „Lady in Red“. Sie gehört schon fast zum Repertoire, obwohl niemand weiß, wie sie heißt und was ihr an uns so gefällt. Auf jeden Fall bekommt sie keine Gage vom PC Hamburg, wie der Moderator erklärte. Seine Fans kann man sich eben nicht aussuchen.

Der zweite Teil folgte ohne Pause und wurde von „Viva la Musica“ eröffnet. Nun hatte man sich etwas Moderneres vorgenommen. Gut intoniert wurden der „Kiss of fire“, „La „Bourasque“ und vor den „Tanzenden Fingern“ gab es ein südamerikanisches Potpourri, das das Heimweh nach sonnigen Gefilden aufkommen ließ.

Der Fürst und seine Mannen kamen jetzt zum zweiten Mal auf die Bühne. Traditionell begannen sie mit dem Beatles-Titel „Sing mit mir“, dann „My way“ bekannt geworden durch Frank Sinatras Interpretation. Zum Schluss war Spanien das Thema. Temperamentvoll kamen der „Andalusische Traum“, „Funiculi, funicula“ und „Valencia“ sehr gut beim Publikum an. Auch hier tat sich wieder Franz Gibowski als Tenor hervor.

Den Seemannsteil brachte wieder den PC Hamburg auf die Bühne. Lieder von Ferne und Heimweh und vor allem „Smutje, de Kok“ alias Jürgen Wichmann brachten das Publikum immer mehr in Schwung. Der PC Hamburg verabschiedete sich mit „Auf der Reeperbahn“ und „In Hamburg sagt man tschüs“ – aber das wollte das Publikum so nicht hinnehmen, forderte eine Zugabe, die wir dann mit „Honolulu“ ablieferten. Unser Vorsitzender bedankte sich bei den vielen Zuhörern und lud sie ein zu den vielen Konzerten im zweiten Halbjahr.

Das Wetter hatte bis dahin zwar gedroht, war aber doch friedlich geblieben, so dass wir auf ein gelungenes, gut besuchtes Konzert in Hamburgs großem Garten zurückblicken konnten.

Für den PC Mülheim und den MGV Arion Herne-Baukau, sowie einige Sänger aus den eigenen Reihen war damit der Tag noch nicht zu Ende. Denn es sollte zum Kommers in das „Hofbräu an der Alster“ gehen, das nur wenige Gehminuten von Planten un Blomen entfernt ist. In dieser bajuwarischen Halle war für uns ein reichhaltiges, deftiges Buffet aufgebaut, das wir uns alle mit entsprechenden Getränken schmecken ließen.

Was ist Hamburg ohne die Reeperbahn? Manche der Sangesfreunde aus Mülheim hatten am Abend zuvor schon geschnuppert, aber nun sollte der „offizielle“ Besuch stattfinden. Mit dem Bus fuhren wir direkt bis vor die Davidwache, wo wir mit einem Ständchen die Beamten aus dem Haus lockten und viele Passanten zum Stehenbleiben animierten. Das war bisher wohl einzigartig, dass vor der Davidwache gesungen wurde, wie uns der Dienststellengruppenleiter bekundete. Hoffentlich war das einen Eintrag im Wachbuch wert. Ja, dann hatten wir die Gelegenheit, eines der bekanntesten Hamburger Gebäude von innen kennen zu lernen. Zunächst mit einem sehr informativen Vortrag über den Kiez und dann die Besichtigung der Einsatzräume und vor allem der Zellen im Kellergeschoß. Nach so viel Information führte uns Peter Linska zum nahe gelegenen Riverside-Hotel in den 20. Stock in die Hotelbar, von der aus man einen eindrucksvollen Blick über Hafen und Hamburg hatte. Bei einem Cocktail und vielen Gesprächen endete der begleitete Teil für unsere Gäste. Was dann noch folgte, wer weiß ...

Aber die Nacht war sicherlich kurz, denn am nächsten Morgen waren wir schon wieder am Internationalen Maritimen Museum verabredet. Das vor einem Jahr eröffnete Museum birgt auf neun Decks (Etagen) die maritime Sammlung von Prof. Peter Tamm, dem einstigen Vorstand der Axel-Springer-AG. Hier wird von Kapitänen und Entdeckern berichtet, es gibt Schiffsmodelle aus 3.000 Jahren Seefahrtsgeschichte zu bestaunen, die Gezeiten und die Navigation werden erklärt. Also alles rund um die Seefahrt und ihre Geschichte. Auch wenn man in gut zwei Stunden nicht alles gesehen haben kann, so haben unsere Mülheimer Sangesfreunde doch einen guten Überblick über diesen für Hamburg so wichtigen Wirtschaftszweig gewinnen können.

Damit war der Hamburg Ausflug für den PC Mülheim beendet, man schüttelte Hände und versprach, sich bald wieder zu treffen. Wo, das wird sich finden. In Hamburg sagt man tschüüß ...


Frühlingskonzert 2009 am 25.04.2009

Das Frühlingskonzert in der Laeiszhalle - Musikhalle Hamburg gehört zum festen Bestandteil im Veranstaltungsreigen unseres Chores. Hier begrüßen wir zusammen mit über 1.000 Gästen Jahr für Jahr den Frühling. Die Zuschauer und Zuhörer im Publikum können sich auf ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm freuen, das der Musikausschuss und der Chorleiter zusammenstellen.

Um ein Fazit vorwegzunehmen: In diesem Jahr hörten die Besucher ein Konzert, das geeignet war zu polarisieren und damit zu völlig unterschiedlichen Reaktionen und Bewertungen führte. Obwohl die positiven Stimmen überwogen, gab es auch deutliche Kritik an der Musikauswahl und der Programmgestaltung, die uns zum Nachdenken über Veränderungen zwingt.

Als lautstarker Tonträger debütierte bei uns das Symphonische Blasorchester aus Norder-stedt. Aus Hamburg selbst gastierte das Chorensemble Goethe. Und last but not least unsere Gäste aus dem Fernen Osten: Aus Japan der „Rainbow Chorus Aichi“. Siebzig Damen waren aus der 2,2 Mio. Stadt Nagoya, dem Zentrum der japanischen Autoindustrie (Toyota), gelegen zwischen Yokohama und Osaka, angereist, um uns zu erfreuen.

Den ersten Kontakt mit dem PCH hatten die Damen vom Rainbow Chorus Aichi bereits am Abend vorher auf dem Airport Hamburg, als sie vom PCH mit „Hallo, hier Hamburg“ und unserem japanischen „Gassenhauer“ „ßolan bushi“ lautstark begrüßt wurden. Das hatten sie nicht erwartet. Umso größer war ihre Freude und wahrscheinlich auch Vorfreude auf das Frühlingskonzert am Sonnabend.

Diese bunte Mischung der Kulturen begann sofort zu wirken. Unter der Leitung von Kazuo Kanemaki eröffnete die japanische Ode an die Große Erde, „Daichi Sansho“ den Reigen der musikalischen Darbietungen. Die beteiligten Chöre zeigten, wie gefühlvoll von Pianissimo bis hin zum furiosen Fortissimo diese Ode von Makoto Sato gestaltet ist. Auch wenn wir den Inhalt nicht wörtlich verstehen, so konnte man aus den Klangbildern deutlich heraushören, was der Komponist uns sagen will. Unser Vorsitzender, Peter Hinsch, griff nun zum Mikrofon, begrüßte alle Gäste auf das Herzlichste und gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass der Frühling in seiner schönsten Form auch in Hamburg Einzug gehalten hat. Besondere Grüße galten den Ehrengästen, namentlich der Stadtpräsidentin von Norderstedt und unserem Schirmherrn, dem Polizeipräsidenten Werner Jantosch, der in seiner launigen, kurzen Anspra-che betonte, wie wichtig der Polizeichor und das Polizeiorchester für das öffentliche Image der Polizei insgesamt seien.

Danach sagte unsere Moderatorin, Kerstin Graf, den PCH mit einem Melodienstrauß klassi-scher Frühlingslieder an. Der „Frühlingsgruß“ von Robert Schumann, dann das „Trinklied im Mai“ und „Der Lindenbaum“ von Franz Schubert. Und zum Schluss dieses Bildes „Now ist the month of maying“ von Thomas Morlay, ein fröhliches Lied aus dem 16. Jahrhundert. Als der Beifall verklungen war, leitete Kerstin Graf über zum Rainbow Chorus, der unter der Leitung von Prof. Shozo Tanaka vier japanische Frühlingslieder sang. Die Damen, jeweils in orange oder blau karierte Kimonos gekleidet, brachten ein exotisches Flair auf die Bühne. Begleitet wurden sie am Flügel von Ena Yoshida. Hervorzuheben ist hier das lebhafte Dirigat von Prof. Shozo Tanaka, der mit seiner weitärmeligen Anzugjacke die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zog. Dass das Publikum nach diesem stimmungsvollen Beitrag kräftig applaudierte, war kein Wunder.

Es folgte das Symphonische Blasorchester Norderstedt unter der Leitung von Bernhard Volk mit „El Quijote“, dem Mann von La Mancha, von Ferrer Ferran nach dem bekannten Roman von Miguel de Cervantes. Bernhard Volk zeigte hier eindrucksvoll, wie genau er sein Blasorchester eingestellt hat. Zuweilen hatte es jedoch Heinrich Vogt, der Erzähler, schwer, sich gegen die engagierten Bläser stimmlich durchzusetzen. Aber auch dies ein Programmpunkt, der mit freundlichem Applaus belohnt wurde.

Das Chorensemble Goethe, das ebenfalls von Kazuo Kanemaki geleitet wird, und „Botschafter“ des Goethe-Instituts Hamburg ist, hatte für dieses Konzert fünf Lieder von Brahms, Mozart, Arraingnant und Passereau einstudiert. Als Solistin glänzte Tomomi Ikkaku mit ihrem schönen Sopran. Sie und der Chor wurden am Flügel begleitet von Makiko Eguchi. Hieraus kann man schon erkennen, wie international dieser Chor aufgestellt ist. Langsam füllte sich dann die Bühne als man zusammen mit dem PCH zwei der achtzehn lebensfrohen Liebeslieder Op.52, No. 9 „Am Donaustrande“ und No. 11 „Nein, es ist nicht auszukommen“ von Johannes Brahms sang. Diese Salonwalzer zu vier Händen am Flügel begleitet von Ena Yoshida und Makiko Eguchi, wurden schwungvoll und melodiös von beiden Chören dargeboten. Ein erneuter Umbau ließ Großes erwarten. Der PCH trat nun mit dem Orchester auf, um das Trinklied aus der Oper „Ernani“ von Guiseppe Verdi anzustimmen. Immer wenn es um Wein geht, wird es lustig und laut. So auch hier. Mit der Kraft von 60 Bläsern und noch mehr Sängern des PCH wurde ein eindrucksvoller, lautstarker Schlusspunkt vor der Pause gesetzt. Entsprechend begeistert war danach der Applaus.

Szenenwechsel nach der Pause: Der Polizeichor in Polizeiuniform mit dem Seemannslieder-Teil. Es konnte geträumt und geschunkelt werden, als es hieß „Nimm uns mit Kapitän auf die Reise“ und es dann mit dem „Hamborger Fährjung“, in Person unseres Solisten Peter Jonsson, zum Kowarderheuft weiterging. Dann trat der Liebling aller Seemänner auf die Bühne, „Smutje, de Kock“, mit Mütze, weißer Schürze und überdimensioniertem Kochlöffel, Jürgen Wichmann, der personifizierte Smutje. Großer Applaus für einen starken Auftritt. Mit „Komm doch mal nach Hamburg“ machte Otto Kadel als Solist den Nicht-Hamburgern einen Besuch in unserer schönen Stadt schmackhaft. Unsere Akkordeonisten, Klaus Grzybowski und Henning Claasen, taten ihr übriges, um unser Publikum zu erfreuen. Damit war der zweite Solo-Auftritt des PCH schon wieder zu Ende, obwohl das Publikum sicher gern noch mehr vom Meer und der weiten Welt gehört hätte.                                                          

Im ersten Teil hatten unsere fernöstlichen Gäste traditionelle japanische Lieder gesungen, jetzt wurden sie internationaler. Mit dem wunderschönen Sopran-Duett “Ich hätt‘ getanzt heut‘ Nacht“ der beiden Vizechorleiterinnen Hatsune Miki und Mariko Kunito begann der Chor, um nach „Auf den Flügeln des Gesangs“ von F. Mendelssohn-Bartholdy wieder das Traditionelle zu bevorzugen. Einen Einblick in japanisches Musikleben gab uns Kanami Takeda mit ihrem Shamisen, einer japanischen Laute mit drei Saiten. Dieses Instrument beherrscht sie virtuos und hat in ihrer Heimat schon viele Preise für ihr Spiel gewonnen. Eine Dame des Chores zeigte dann den japanischen Tanz, der zur Jahreszeit passt, „Sakura“, die Kirschblüte. In einem pastellfar-benen Kimono mit einem Kirschblütenzweig in der Hand, der später gegen einen Fächer ausge-tauscht wurde, bewegte sie sich grazil zu den leisen Tönen fernöstlicher Musik.

Beim Goethe-Ensemble wurden jetzt französische und englische Töne angeschlagen. Zunächst ein Madrigal aus der Renaissance, dann ein traditionelles Spiritual und ein weiter Bogen bis zu „Mission impossible“ von Lalo Schifrin. Das Orchester zeichnete sich ein zweites Mal aus mit „El Camino Real“, dem Königsweg, von Alfred Reed. Zu dem SBN gesellte sich jetzt wieder der PC Hamburg, um noch einmal stimmgewaltig seine Präsenz zu zeigen. Der „Pilgerchor“ aus der Oper „ Tannhäuser“ von Richard Wagner beginnt ganz ruhig und steigert sich von Note zu Note und von Takt zu Takt bis dann die Büßer Gott loben und in den seligen Frieden eingehen. Diesen Frieden wünschte auch Peter Hinsch dem Publikum, als er sich bei allen Beteiligten auf und hinter der Bühne bedankte und die verantwortlichen Akteure und Solisten mit bunten Blumen-sträußen bedachte.

Zum Abschluss, denn es war inzwischen kurz nach 23:00 Uhr geworden, entließen die Sängerinnen und Sänger das Publikum mit dem Wiegenlied „Guten Abend, gut‘ Nacht“ von Johannes Brahms in einen hoffentlich strahlenden Sommer.

Damit war dieses Konzertereignis noch nicht zu Ende, denn es sollte sich am Sonntagvormittag, dem Hamburger Marathon Tag, mit einem Kommers um 11:00 Uhr im „Hofbräu an der Alster“ fortsetzen. Über 200 Gäste hatte der PCH eingeladen, um die schönen Stunden vom Vorabend noch einmal Revue passieren zu lassen. Gastgeschenke wurden ausgetauscht, von japanischer und deutscher Seite wurde gesungen und Kanami Takeda spielte noch einmal auf ihrer Shamisen. Mit Händeschütteln und vielen Verbeugungen verließen uns unsere neu gewonnenen japanischen Freundinnen.

Es war ein Frühlingskonzert mit zahlreichen Facetten, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.


CASIO – Eröffnung der Europa-Zentrale am 06.04.2009

Großes Spektakel am Norderstedter „ Nordport“, mit viel Politikprominenz, einer Multimediashow, Akrobatik - und mittendrin der Polizeichor Hamburg. Wie kam es dazu? Vorangegangen war die Idee, dass ein japanisches Unternehmen und der Polizeichor Hamburg mit seinem japanischen Chorleiter, Kazuo Kanemaki, doch gut „zueinander passen“ müssten. Erste Kontakte wurden bereits vor über einem Jahr geknüpft, im Dezember kam endlich die Zusage, dass unser Chor an den Eröffnungsfeierlichkeiten beteiligt wird.

Bei solchen Großereignissen, fast 700 Gäste waren eingeladen worden, unter ihnen die Politprominenz Schleswig-Holsteins, ist eine genaue Planung vonnöten.

Die Event-Agentur hatte dem Polizeichor Hamburg die Eröffnung im vollbesetzten Festzelt übertragen. Der PCH sang eingangs das weltweit bekannte „La Paloma“, begleitet von den beiden Akkordeonisten, Henning Claasen und Klaus Grzybowski, und dem Solisten Hans-Joachim Harms. Und dann wurde es japanisch: „ßolan bushi“, unser japanischer Klassiker, ein Volkslied, das vom Verhältnis zwischen Fischern und Möwen berichtet. Eine folkloristische Attitüde brachten Jochen Raabe und unser Solist Otto Kadel, hinein. Sie hatten nämlich japanische Jacken und Stirnbänder übergestreift, mitgebrachte Gastgeschenke von unserer Japan-Reise 2006.

Nun begann der offizielle Teil. Reden wurden gehalten vom Managing Director CASIO Europe, Hiroshi Nakamura, dann der Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, Peter Harry Carstensen, dem Norderstedter Bürgermeister, Hans-Joachim Grote, dem japanische Generalkonsul Seisuke Narumiya. Alle wiesen stolz auf das Geleistete hin, wie wichtig es gerade in diesen schwierigen Zeiten sei, mit solchen Investitionen Zeichen zu setzen und Mut für die Zukunft zu beweisen. Auch die gute Zusammenarbeit mit den Behörden wurde immer wieder hervor-gehoben.

Als dieser Programpunkt nach einer guten Stunde vorüber war, war es wieder der Polizeichor Hamburg, der die Gäste bei strahlendem Sonnenschein mit „Conquest of Paradise“ ins Freie bat. Dort fand nun die feierliche und spektakuläre Enthüllung des blauen CASIO-Emblems statt. Die Gäste und auch wir konnten mit verfolgen, wie zwei spärlich bekleidete Akrobatinnen in atembe-raubender Manier an zwei Tüchern hängend sich emporarbeiteten, um das Emblem zu enthüllen. Großer Applaus brandete auf. Europa-Chef, Ministerpräsident und Bürgermeister schnitten dann das breite, rote Band vor dem Haupteingang durch. Damit war der offizielle Teil beendet und die Gäste konnten sich am japanischen Buffet gütlich tun


Frühjahrskonzert beim PC Flensburg am 04.04.2009

Basierend auf der freundschaftlichen Verbundenheit zwischen den „Nordchören“ erreichte uns diesmal eine Einladung, die uns in den äußersten Norden der Republik bis fast an die dänische Grenze zum PC Flensburg reisen lassen sollte. Zum Frühlingskonzert ins Deutsche Haus mit seinen über tausend Plätzen.

Mittags um 13:00 Uhr verließ der Bus mit 58 frohgestimmten Sängern und einigen Begleiter-innen unsere Hansestadt mit Kurs auf Flensburg. Angekündigt war ein Verkehrsstau von 18 km, doch „o Wunder“, das Glück war mit uns, der Stau hatte sich aufgelöst und wir konnten Flensburg pünktlich zur gemeinsamen Stell- und Bühnenprobe mit dem PC Flensburg und der Polizei-Bigband Schleswig-Holstein erreichen. Die Zeit des Probens verging so rasch, dass wir erst eine Stunde vor Konzertbeginn zum angekündigten Abendessen ins „Borger-foreningen“ fahren konnten. Nervosität machte sich breit, war aber überflüssig, denn mit fixer Bedienung und schnellem Getränkeservice schaffte es das Restaurantpersonal alle Beteiligten satt und zufrieden um kurz nach 19:00 Uhr ins Deutsche Haus zu verabschieden.

Nun aber rauf auf die Bühne! Aus der Begrüßung von Jochen Görrissen, dem Vorsitzenden des PC Flensburg, sprach die Befriedigung darüber, dass das Deutsche Haus bei diesem Konzert wesentlich mehr Zuhörer hatte als in den vergangenen Jahren und mit über 1.000 Gästen fast ausverkauft war. Lag es auch am Besuch des PC Hamburg? Wir haben es so verstanden!

Mit dem gemeinsamen Sängergruß „Wo froh Musik erklingt“ war unser erster Auftritt schon beendet. Nach dem PC Flensburg und der Big-Band empfahl sich der PCH mit klassischen Frühlingsliedern, nämlich dem „Frühlingsgruß“, dem „Trinklied im Mai“, „Now is the month of maying“ und dem immer wieder gern gehörten Volkslied „Der Lindenbaum“ .

Zwischen den einzelnen Beiträgen spielten sich die beiden Moderatoren, Jochen Görrissen und Christian Kartheus, mit einer Leichtigkeit die „Bälle“ zu, dass es eine Freude war, Ihnen zuzuhören. Im 2. Teil kündigten uns die Beiden mit unserem „Seemanns-Teil“ an. Mit „Nimm uns mit Kapitän“ begleitet von unserem Akkordeon-Duo Henning Claasen und Klaus Grzybowski entführten wir das Publikum in die Ferne, dort wussten unsere Solisten Otto Kadel und Jochen Harms nicht „What shall we do with the drunken sailor?“ Als dann „Smutje, de Kock“ in Gestalt von Jürgen Wichmann (mit Kochmütze, Schürze und Kelle) die Bühne betrat und mit seiner schönen Stimme in Aktion trat, kam die Begeisterung des Publikums langsam auf Touren. Mit „Rolling home“ und der Einladung „Komm doch mal nach Hamburg“ von Walter Heyer schloss sich der Kreis. Das Publikum war damit aber überhaupt nicht einverstanden und forderte mit Klatschen, Trampeln und Zugabe-Rufen mehr. Wer kann da schon widerstehen? „Honululu“ – mit einem Feigenblatt, wenn man ein’s hat! - war dann der vielbejubelte Abschluss dieses Auftritts

Es folgten wieder die Big-Band unter der Leitung von Bruno Wojke und der PC Flensburg mit seinem Chorleiter, Dr. Ekkehard Lack, der auch den Abschluss-Teil dirigierte. Die gewaltige “Landerkennung“, das rauschende „Conquest of Paradise“ und das erhabene „Amazing grace“ als letztes Lied brachte allen Beteiligten den wohlverdienten, langanhaltenden Applaus, den die Mitwirkenden mit der Wiederholung von „Conquest of Paradise“ honorierten. Ein mehr als zufriedenes Publikum wurde damit nach Hause entlassen. Es ist keine Einbildung, wenn ich von einem vollen Erfolg dieses gelungenen Konzertes spreche.

Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein im Foyer bedankte sich ein sichtlich begeisterter Vorsitzender des PCH bei den Gastgebern und übergab als Präsent eine Erinnerungsplakette. Im Gegenzug erhielt er in der „Rumstadt Flensburg“ eine riesige Flasche Rum, über deren „Verwendung“ noch entschieden werden muss. Kurz vor 23.00 Uhr wurde zum Aufbruch geblasen, denn ca. 200 km lagen noch vor uns. Aber mit dem Erfolg im Rücken ging es flott nach Hause. Müde, aber zufrieden kehrten wir alle spät nach Mitternacht nach Hause zurück.


„Viva la Musica“ wird 25 Jahre alt am 22.02.2009

Henning Claasen, neben Klaus Grzybowski, als Akkordeonspieler bei unseren Konzerten fast unentbehrlich geworden, wollte feiern. 1952 geboren, begann er schon mit sechs Jahren auf dem Akkordeon zu spielen. Sein Studium an der Musikhochschule finanzierte er mit Auftritten als Alleinunterhalter und mit seiner vierköpfigen Band. 1985 machte er sich mit seiner Musikschule „Viva la Musica“ in Wedel selbständig. Dort unterrichtet er Akkordeon, Klavier, Keyboard, Gitarre und dirigiert das Jugend- und das große Akkordeon-Orchester. Und das alles mit anhaltendem Erfolg. Für diese Leistung auch von Seiten des Polizeichors Hamburg herzliche Glückwünsche.

Das war der Grund für das große Jubiläumskonzert im ausverkauften Saal der Ernst-Barlach-Schule in Wedel. Das Akkordeon-Orchester, besetzt mit 22 Damen und 6 Herren im Alter zwischen 14 und über 70 Jahren, nutzte die Gelegenheit und brachte ihre Hit-Liste zum Klingen. Henning Claasen, schwarz gekleidet mit roter Fliege, führte launig durchs umfangreiche Programm und konnte als Ehrengäste auch die Stadtpräsidentin und den Bürgermeister seiner Heimatstadt begrüßen.

Vor und nach der Pause stellte sich der PCH mit seinen musikalischen Beiträgen dem Publikum vor. Und das kommentierte Eike Pawelko im „Wedel-Schulauer-Tageblatt“ so: „Das Konzert entwickelte sich zu einer im besten Sinne volkstümlichen, fröhlichen Party. Daran hatten auch die starken Sänger des Polizeichors ihren Anteil. Unter Leitung von Kazuo Kanemaki verbanden sie sauberen Gesang mit einem Schuss Exotik. Der Renner vor der Pause: das kraftvolle japanische Fischerlied „ßolan bushi“. Zwei der Chorsänger (Otto Kadel und Joachim Raabe) kostümierten sich extra mit original japanischen Stirnbändern und Fischerhemden, die sie anlässlich einer Chorreise nach Japan verliehen bekommen hatten.“

Aus dem ersten Teil ist noch der Echochor „Im Wald“ von C.M. v. Weber als besonders gelungen zu erwähnen, in dem die Echosänger an der Rückwand des Saales und damit direkt gegenüber dem übrigen Chor ideal platziert waren. Der zweite Teil wurde mit Seemannsliedern gewohnt schwungvoll in Szene gesetzt, in denen Jochen Harms, Otto Kadel und Martin Vetter die Solo-partien sangen, sowie Klaus Grzybowski am Akkordeon agierte. Zum Schluss sangen und spielten Polizeichor und Akkordeon-Orchester gemeinsam den „Bajazzo“, ein persönlicher Wunsch von Henning Claasen, und mit „In Hamburg sagt man tschüss“ verabschiedeten sich die Aktiven nach einem langen – zu langen? – aber erfolgreichen Konzert von fast 3 ½ Stunden Dauer.

 

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