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Frühlingskonzert „Komm holder Lenz…“                               27.04.2013

Schlechte Nachrichten hatte der Wettergott für den Ankunftstag unserer Gäste vom Polizeichor Hameln angekündigt, der sich mit 76 Sängerinnen und Sängern sowie begleitenden 38 “Fans“ auf ein interessantes Wochenende in Hamburg freute. Der Vorsitzende des Polizeichores Hamburg, Peter Hinsch, stellte bei der Begrüßung am Hotel „Zeppelin“ fest, dass nicht nur für Staatsgäste sondern auch für liebe Freunde das berühmte Hamburger Schmuddelwetter „angeordnet“ wird. Aber zum Glück war es nicht von langer Dauer. Bei Schwarzbrot, Matjesfilets und köstlicher Sylter Soße, dazu ein Bier – oder mehrere – und einem traditionsreichen Hamburger Helbing-Kümmel wurden viele Kontakte intensiviert, die bei der erfolgreichen Reise des Polizeichores Hamburg zum Konzert nach Hameln vor fünf Monaten entstanden waren. So eingestimmt und mit einer Hamburg-Tasche ausgerüstet, stiegen die Hamelner in die bereitstehenden Busse, um Hamburg von seinen schönsten Seiten kennenzulernen. Ein Abendessen im Hotel rundete diese ersten Stunden in Hamburg ab.Laizhalle 27.04.2013 a

Am nächsten Tag, dem 27.04.2013, sollte das Frühlingskonzert das Highlight des Besuches werden. Gut 1.200 Zuschauer erwarteten die Polizeichöre aus Hameln und Hamburg, sowie das Jugend-Sinfonieorchester aus Ahrensburg, die gemeinsam die Bühne der altehrwürdigen über 100 Jahre alten Laeiszhalle • Musikhalle Hamburg füllten. Was konnte es als Auftakt passenderes geben als Joseph Haydns „Komm, holder Lenz“, geleitet vom Ehrenchorleiter des Polizeichores Hamburg, Kazuo Kanemaki. Es folgten stimmungsvolle Lieder wie „Now is the month of Maying“, „Ein Traum vom Glück“, „Erlaube mir fein‘s Mädchen“. Dieses Stück dirigierte der 2. Chorleiter, Masanori Hosaka. Zum Schluss erklang kräftig „Wer hat dich, du schöner Wald“.

Jetzt wurde es Zeit, dass sich das Jugend-Sinfonieorchester Ahrensburg (JSOA) in Szene setzte. Ihr Leiter Michael Klaue und sein Orchester hatten das sanfte „Concierto Madrigal“ von Joaquin Rodrigo einstudiert. Aus den zehn Sätzen wurden sechs Sätze mit den hervorragenden Sologitarristen Michael Bentzien und Dirk Martin präsentiert. Zeitweise sehr verhalten, aber im dritten und sechsten Satz feurig, klangen die Gitarren zu den meist gezupften Geigen. Ein außergewöhnliches Klangerlebnis der besonderen Art.

Der Polizeichor Hameln mit seinem Dirigenten, Andranik Simonyan, präsentierte sich zunächst mit dem Weserland-Heimatlied, um dann mit Wolfgang A. Mozarts „Ah grazie si rendano“ aus der Oper „La clemenza di Tito“ klassisch zu werden. Hierbei wurde er am Klavier spielend von Geige und Klarinette begleitet. Es folgte „Der Mondaufgang“ aus der Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ von Otto Nicolai. Zum Schluss dieses Blocks gefiel der Polizeichor Hameln mit der sehr gefühlvoll vorgetragenen „Elisabeth-Serenade“ von Ronald Binge besonders. Ein kräftiger Applaus war der Lohn für diese Darbietungen.

Gefühlvoll sollte es weiter gehen. Die „Barcarole“ aus „Hoffmanns Erzählungen“ von Jaques Offenbach stand im Programm. Was hier das JSOA und die beiden hervorragenden Sängerinnen, die Sopranistin Shihoko Higashida und Mezzosopranistin Tomomi Ikkaku, zu Gehör brachten, war eine Delikatesse. Der langanhaltende Beifall bewies es deutlich.Laizhalle 27.04.2013 b

Was konnte der Polizeichor Hamburg dem entgegensetzen? Das Programm der Konzerte, ob im Frühling oder zu Weihnachten, lebt von Kontrasten und seiner Vielseitigkeit. Daher hatte der Musikausschuss als Schlusspunkt vor der Pause „Das Lied der Matrosen“ aus der Oper „Der fliegende Holländer“ bestimmt. Hier konnte der reine Männerchor wieder einmal seine kräftigen Stimmen ausleben, begleitet von einem durch Masanori Hosaka sehr gut geführtes JSOA. Als der Applaus abgeebbt war, bat die kurzweilig moderierende Jutta Mackeprang zur Pause.

Gespannt wartete das Publikum auf den zweiten Konzertteil. Was darf in keinem Frühlingskonzert des Polizeichores Hamburg fehlen? Der Seemannslieder-Teil. Chor und Chorleiter erschienen sehr zur Freude der Konzertgäste maritim gekleidet auf der Bühne. Auch die Moderatorin hatte sich in der Pause ein entsprechendes Outfit zugelegt. Flott und später begleitet von unseren beiden Akkordeonisten, Monika Brutscher und Yevgen Kuznetskyy, ging es los. „Hamborger Janmoot“, „Kari waits for me“, „Adios Muchachos“, „Ein Gruß an Hamburg“ und zum Schluss „Hamburger Kedelklopper“ mit Jürgen Wichmann als Solist ließ die Stimmung von Lied zu Lied höher schwappen bis hin zu Standing Ovations. Alle hatten ihre Freude an diesem gelungenen Programmteil.

Mit der zunächst ruhigen und im Mittelteil quirligeren Ouvertüre zu „Martha“ von Friedrich von Flotow setzte das JSOA bejubelt vom Publikum das Programm fort.

Der Polizeichor Hameln, die Damen links und rechts mit roten Jacken und schwarzen Hosen, die Herren in der Mitte im schwarzen Anzug mit roter Fliege, hatten sich für ihren zweiten Auftritt für moderneres Liedgut aus den Musicals „Chess“, „Sister Act“ und einem Medley bekannter Musical-Melodien von Andrew Lloyd Webber entschieden, die sie sehr gekonnt vortrugen. Die Zuhörer dankten mit lauten Bravo-Rufen.

Jutta Mackeprang stimmte mit launigen Worten nun das Publikum auf die nächsten drei Darbietungen ein. Das Thema hieß „Carmen“ von Georges Bizet. Zunächst erklang, umjubelt vom Publikum, das „Habanera“ (Die Liebe von Zigeunern stammt). Als Carmen brillierte mit ihrem kräftigen Mezzosopran Tomomi Ikkaku, die die Männerherzen zum Schmelzen brachte. Das ließ sich Micaëla nicht nehmen und so sang sich Shihoko Higashida mit ihrer Arie in die Herzen aller. Nun aber wurde, alle Konzertteilnehmer waren inzwischen auf der fast überfüllten Bühne erschienen, die Bühne zur Stierkampfarena. Laute Jubelrufe ertönten und Tücher wurden geschwenkt als Kei Kondo als Escamillo erschien und mit seiner Bariton-Stimme „Auf in den Kampf, Torero“ anstimmte. Das JSOA und die beiden Chöre begleiteten ihn stimmgewaltig. Ein Finale nach Maß! Der Jubel kannte keine Grenzen, so dass es Peter Hinsch schwer hatte sich durchzusetzen, um allen Beteiligten mit einem Blumenstrauß für dieses abwechslungsreiche Konzert zu danken. Zum Herunterfahren der Emotionen erklang nun „Guten Abend, gute Nacht“, wobei die jungen Trompeten-Solisten einen besonderen Akzent für dieses Lied abgaben. Ein Konzert, das noch bei vielen nachhallen wird.

Eine halbe Stunde länger hatte das Konzert gedauert als geplant. Vorbereitet war ein gemeinsames Abendessen im „Überseebrücken-Restaurant“, einem Platz mit einem phantastischen Ausblick über die Elbe und den Hafen. So hieß es, sich sputen. Küche und Bedienung hatten sich auf die verspätete Ankunft eingestellt, so dass bei Fisch oder Fleisch und Hamburger Rote Grütze als Dessert das vergangene Konzert noch einmal lebhaft diskutiert wurde. Alle waren rundherum zufrieden mit den gezeigten Leistungen. Das war aber noch nicht alles, denn an der Brücke lag ein Schiff und lud die Teilnehmer zu einer 1 ½-stündigen Rundfahrt durch den Hamburger Hafen ein. In die untergehende Sonne fuhren sie und wurden zwischendurch unterhalten von einer Shanty-Abordnung des Polizeichores Hamburg. Ein schöner Abschluss eines ereignisreichen Tages. Am nächsten Morgen fuhren dann die Hamelner, verabschiedet von einer Abordnung des Vorstandes, mit vielen positiven Eindrücken zurück in ihre Heimat.

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