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Tag der Deutschen Einheit in Frankfurt/Main       01. bis 04.10. 2016
Frankfurt am Main hat zwei Polizeichöre, einen Frauen- und einen Männerchor. Zum gemeinsamen Konzert zum Tag der Deutschen Einheit im St. Bartholomäus Dom hatte uns der Vorsitzende, Eike Schütte, eingeladen. Aber wer eine lange Reise unternimmt, möchte auch etwas erleben.

Daher hatten die „Frankfurter“ für die 35 Sänger aus Hamburg ein interessantes Rahmenprogramm zusammengestellt. Es begann an der Raststätte „Taunusblick“, wo uns bereits ein Streifenwagen erwartete, der uns bis ins Polizeipräsidium eskortierte. Dort wurden wir Hungrigen und Durstigen mit einem leckeren Buffet aus hessischen Spezialitäten überrascht. Gulaschsuppe, Wurscht und Handkäs‘ mit Musik waren die Zutaten. Die korrespondierenden Getränke dazu durften natürlich nicht fehlen. Als der erste Hunger gestillt und die Begrüßungsreden gehalten waren, bedankte sich der PCH mit dem Sängergruß, mit „Mala Moja“ und zum Schluss mit dem „Abendfreden“. Der Applaus der anwesenden Frankfurter Sängerinnen und Sänger wollte nicht enden, daher legte der Chor mit „Aus der Traube“ noch einen nach. Im IBIS-Hotel traf man sich dann am Abend an der Bar …

Frankfurter Dom 2016Der nächste Tag war der Erkundung der Umgebung gewidmet. Zunächst ging es nach Oestrich-Winkel, wo wir im Jahre 2010 gegründeten, Weingut „Meine Freiheit“ schon erwartet wurden. Der Gründer des Weingutes, Sascha Magsamen, ein früherer Banker, erklärte uns anschaulich die Weinherstellung und präsentierte dazu acht ausgewählte Weine aus seinem Keller. Dazu gab es Leckeres zum Knabbern. Szenenwechsel per Bus zum Kloster Eibingen. Die Benediktinerinnenabtei St. Hildegard wurde erst Anfang des 20. Jh. erbaut, versteht sich aber als Nachfolgerin des Klosters Rupertsberg, das von Hildegard von Bingen 1150 gegründet wurde, und von wo aus sie 1165 das Augustiner-Doppelkloster Eibingen übernahm. Im Vortragssaal erlebten die Sänger mit der Benediktinerin, Schwester Scholastica, eine Stunde voller Überraschungen. Sowohl ihre frische Art vom Kloster, dem Leben dort und der Geschichte zu berichten, als auch ihre besonders unkonventionelle Ausdrucksweise, zeigten, dass sie als „Finanzministerin“ des Klosters mit beiden Beinen im Hier und Jetzt steht. Eindrucksvoll war aber nicht nur der Vortrag, sondern auch der anschließende Besuch in der Abteikirche St. Hildegard. Hervorzuheben sind die Wandmalereien von P. Paulus Krebs, die die Geschichte Hildegard von Bingens zeigen. Dort, vor dem Altar, nahm der Chor Aufstellung und erfreute die anwesenden Besucher mit „Am kühlenden Morgen“ und „Im Abendrot“. Eine Zeit zum Innehalten.

Der Bus brachte uns in wenigen Minuten zurück nach Rüdesheim und dort in die Drosselgasse, in der sich die Menschen schoben, wovon im übrigen Ort weniger zu spüren war. Viele Sänger wagten die Fahrt mit der Seilbahn hinauf zum Niederwalddenkmal, leider bei regnerischem Wetter. Die anderen spazierten am Rheinufer entlang oder genossen Kaffee und Kuchen in einem der vielen gastronomischen Betriebe. Das Abendessen wurde gemeinsam im Traditionswirtshaus „Bei Hannelore“ eingenommen.

Der 3. Oktober begann mit einer 2-stündigen Stadtrundfahrt, Ob es die gewaltigen Hochhäuser sind, oder die Neubauten rund um das Messegelände. Es ist schon beeindruckend in welch extremer Form hier Alt und Neu oft aufeinandertreffen. Mit einem Fußweg über den Römerberg, der übrigens seinen Namen von einem Architekten und nicht von den Römern hat, ging es über die Mainbrücke zum Bus. Denn nun begann der „Dienst“. Einsingen im Hotel, Umziehen, dann in den Bus und die Fahrt zum Auftrittsort, dem Kaiserdom St. Bartholomäus, der in der Innenstadt steht. Als wir eintrafen lag organisatorisch noch einiges im Argen. Aber als dann die drei Chöre die Bühne betraten und mit „Tollite Hostias“ von Saint-Saëns das Konzert eröffneten, waren diese Dinge vergessen. Karl Klinke an der Orgel spielte die Überleitung zum Auftritt der Frankfurter Männer unter der Leitung von Steffen Bücher. Hauptbestandteil ihres Vortrages waren fünf Teile aus der Deutschen Messe von F. Schubert und das „Sancta Maria“ von J. Schweitzer. Der Frauenchor mit ihrem Chordirektor Damian H. Sigmund präsentierten getragene Stücke von F. Mendelssohn-Bartholdy, Rheinberger, Emmerson, Cohan und zum Schluss das „Gloria“ von Peterson. Der Beifall belohnte die Sängerinnen für ihre Leistung. Wieder gestaltete Karl Klinke den Übergang an der Orgel. Zunächst standen nicht alle Männer des PCH auf der Bühne, denn das „Echo“ des „Echochores“ stand sehr zur Überraschung des Publikums seitlich daneben. Weiter ging es stimmungsvoll unter der Leitung von Kazuo Kanemaki und Masanori Hosaka am Keyboard mit „Schäfers Sonntagslied“, „Wenn ich ein Glöcklein wär“, über das „Largo“ (Reich mir deine Hand) bis hin zum „Im Abendrot“. Mit diesen fünf Liedern bewies der Polizeichor wieder einmal, wie nuancenreich er seine Lieder vorzutragen weiß. Der begeisterte Applaus bewies, dass diese Mischung hundertprozentig beim Publikum angekommen war. Zum Schluss waren zunächst die Männer aus Frankfurt und Hamburg mit „Die Himmel rühmen“ auf der Bühne. Alle beteiligten Chöre, begleitet von der Orgel, beendeten das Konzert, mit Carl Orffs „O Fortuna“ aus dem Singstück „Carmina Burana“. Solisten und Chorleiter wurden geehrt, der Dank ging an die Chöre und mit dem Gemeindelied „Großer Gott wir loben dich“ klang dieses eindrucksvolle Nachmittagskonzert im Kaiserdom aus.Nun blieb nach dem Erfolg noch das Feiern in einem zünftigen Äbbelwoi-Traditionslokal. Ein Abschluss, wie er sein sollte. 

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