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Edenkoben – Seemannslieder an der Weinstraße         25.09.-01.10.2009

Im vergangenen Jahr hatte der Vorstand beschlossen, unsere Chorreise 2009 nach Edenkoben zu planen, diesem kleinen, 6.980 Einwohner zählenden Ort am Ostrand des Pfälzer Waldes direkt an der Deutschen Weinstraße gelegen. Es ist nicht das erste Mal, dass der Polizeichor Hamburg (PCH) dort auftritt. Schon seit 1986 verbinden freundschaftliche Kontakte den PCH mit Edenkoben, die mit Besuchen und Gegenbesuchen immer wieder aufgefrischt werden. So folgten wir in diesem Jahr einer Einladung zur Eröffnung des Weinfestes.

Untergebracht waren wir in der Sportschule des Südwestdeutschen Fußballverbandes oberhalb von Edenkoben in malerischer Umgebung. Rolf Knoche, der Leiter, hieß uns bei unserer Ankunft herzlich Willkommen. Diese herzliche Art der Pfälzer haben wir während unseres gesamten Aufenthaltes genossen. Ganz besonders hervorheben müssen wir hierbei Dietmar „Didi“ Artmann aus Kaiserslautern, der uns unermüdlich zu – fast – jeder Tages- und Nachtzeit hinter der Theke mit allen „anständigen und unanständigen“ Getränken versorgte, wie unser Vorsitzender zu sagen pflegte. Die ganze Anlage war sehr gepflegt. Großzügige Zimmer, ein Hallen-Schwimmbad und schöne Speise- und Aufenthaltsräume standen uns zur Verfügung. Wir hatten das ganze Haus belegt und mussten daher keine „Störungen“ von außen befürchten. So konnten wir uns hier in aller Ruhe auf unsere Auftritte inmitten der Weinberge vorbereiten.

Doch zunächst stand am Sonnabend eine Rundfahrt auf der Weinstraße in nördlicher Richtung auf dem Plan. Über Maikammer, Neustadt a.d. Weinstraße, mit einem kleinen Rundgang vom Bahnhof aus, nach Bad Dürkheim, wo das 1,7 Mio. Liter fassende, größte Fass der Welt zu bestaunen war. Eigentliches Ziel aber war Speyer, die Domstadt. Die um 1030 von Konrad II. gegründete romanische Basilika ist die größte noch erhaltene romanische Kirche der Welt. Sie ist 134 m lang und 111 m breit. Welche Dimensionen! In der Krypta befindet sich die Grablege von acht deutschen Kaisern und Königen. Der aus gelbem und rotem Sandstein erbaute Dom zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ehrfurchtsvoll steht man im Kirchenschiff vor den gewaltigen Säulen, die fast in den Himmel zu ragen scheinen. Die Organistin, die an der Orgel probte, erfüllte das Kirchenschiff mit ihrem Spiel. Nach diesen Eindrücken ging es hinaus auf den sonnigen Domplatz und in die Maximilianstraße, wo ein Trödelmarkt das Interesse hauptsächlich unserer Damen fand. Diese kaiserliche Prachtstraße endet nach 600 m am westlichen Stadttor Altpörtel.

Auf der Rückfahrt machten wir Station in Edenkoben, um uns mit dem Städtchen anzufreunden. Das gelang auf Anhieb, denn wir tummelten uns auf dem Weinfest oder labten uns in der Kirche an der Kaffeetafel. Abends, in der Sportschule, bekamen wir Besuch von einer Abordnung des Volkschores Edenkoben. Es wurde viel geredet und gelacht, aber als die beiden Bänkelsänger, Peter Mayrhofer mit seiner Gitarre und Hans-Jürgen Peter auf der Teufelsgeige pfälzische Lieder anstimmten, die teilweise ins Hochdeutsche übersetzt werden mussten, kannte die gute Laune keine Grenzen mehr. Der wundervolle Wein tat natürlich sein übriges.

Unsere Auftritte begannen am Sonntag morgen, wo wir während des Gottesdienstes in der gut gefüllten Protestantischen Kirche sangen. „Ich bete an die Macht der Liebe“, „Sanctus“, „Morgenrot“ und „Abendfreden“ waren unsere Beiträge zu dem von Pastorin Ahnefeld mit einer anspruchsvollen Predigt gestalteten Gottesdienst. Ihr Lob über unsere Darbietungen hat uns sehr gefreut und für die nächste Aufgabe an diesem Tage motiviert. Aus der kühlen Kirche ging es hinaus auf den sonnenbestrahlten Festplatz mit Festzelten und Bühne. Dort sollten wir unsere Visitenkarte vor einem weitaus zahlreicheren Publikum abgeben. Der Stadtbürgermeister, Werner Kastner, und die Weinkönigin nebst Prinzessin stellten uns dem Publikum vor. Wie kann man in so einer Umgebung besser starten als mit „Aus der Traube in die Tonne“. Die Stimmung wurde weiter angeheizt mit der „Schönen Isabella aus Kastilien“, dem „Fräulein Helen“ und „Mala Moja“. „Wochenend‘ und Sonnenschein“ passte genau und mit dem „Jägerchor“ ging der erste Teil zu Ende. Der zweite Block war dann den Seemannsliedern und Shanties vorbehalten. Großer Applaus zwischen und zum Ende unserer Darbietungen zeigte, dass wir das richtige Liedgut ausgesucht hatten. Wie schon am Tag zuvor genossen wir dann das Weinfest, jetzt aber in „Zivil“.

Am Montagmorgen fand die offizielle Begrüßung durch den Stadtbürgermeister vor der Villa Ludwigshöhe und dem darunter liegenden Kavaliersbau statt, die neben dem Hambacher Schloss ein weiteres Muss dieser Region sind. Wieder schien die Sonne vom strahlend blauen Himmel als der Stadtbürgermeister uns bei Secco und Laugenbrezeln einiges von Edenkoben, der Weinstraße und eben der Villa Ludwigshöhe erzählte. „Eine Villa italienischer Art, nur für die schöne Jahreszeit bestimmt und in des Königreichs mildestem Teil“ – diesen Wunsch verwirklichte sich der bayerische König Ludwig I. um 1850. Es ist eine an antike Vorbilder erinnernde klassizistische Villa mit Dekorationen im „pompejanischen Stil“, eingebettet in eine Landschaft, die mit ihren Weinbergen und Esskastanienhainen wirklich an Italien erinnert. Von den zwei übereinander liegenden Säulengängen mit dorischen Säulen unten und ionischen oben kann man weit in die Landschaft der Rheinebene hinaus sehen; bei klarer Sicht bis an den Schwarzwald im Süden, Heidelberg und Odenwald im Osten und Mainz im Norden. Im Westen erhebt sich hinter der Villa Ludwigshöhe der Rietberg (550 m ü.d.M.), den wir anschließend mit dem Sessellift der Rietburgbahn „erklommen“, um von ganz oben noch einmal die Aussicht zu genießen. Einen Teil der pfälzischen Küche hatten wir bereits auf dem Weinfest mit Saumagen kennengelernt, heute nun gab es im Hüttenbrunnen Rindfleisch und Fleeschknepp mit Meerrettich und Klößen, vergleichbar mit Wiener Tafelspitz. Eine leckere Mahlzeit, die uns im Wald serviert wurde. Von dort noch einmal aufs Weinfest, dem letzten Abend des 64. Edenkobener Weinfestes, das mit einem prachtvollen Feuerwerk gegen 22:00 Uhr abgeschlossen wurde. Aber im Sporthotel wartete ja bereits „Didi“ auf uns ...

Etwas fehlte noch von der Weinstraße, der südliche Teil. Diesen erkundeten wir am Dienstag. Die Fahrt ging direkt zum Deutschen Weintor in Schweigen-Rechtenbach. Dieses 1936 errichtete Tor markiert den Beginn der Deutschen Weinstraße, die nach 85 km in Bockenheim endet. Kurz danach überquerten wir die deutsch-französische Grenze, um uns die Grenzstadt Wissembourg (= Weissenburg) anzuschauen. Nach einem kurzen Rundgang wartete bereits die Stadtrundfahrt auf uns, die uns in einer guten Stunde kreuz und quer durch dieses malerische Städtchen am Fuße der Vogesen führte. Jetzt wussten wir, was sehenswert war. Zum Beispiel die Abteikirche St. Peter und St. Paul, die nach dem Straßburger Münster zweitgrößte Kirche im Elsaß. Sie ähnelt in ihrer Art dem Dom zu Speyer, war aber im Inneren wesentlich dunkler, allein schon durch die farbigen Glasfenster mit den Fensterrosen und den Fresken. Das Flüsschen Lauter teilt sich vor der Stadt und fließt an der Stadtmauer und auch mitten durch die Stadt. So ergeben sich viele reizvolle Perspektiven, die unsere Fotografen weidlich nutzten.

Damit war der Tag noch nicht ausgefüllt, denn es wartete ein Stehempfang im Weingut Schäfer auf uns. Hausmacherbrote, belegt mit Mett, Blut- und Leberwurst machten Appetit auf den leckeren Wein, der freigiebig ausgeschenkt wurde. Interessant war auch die Besichtigung des Weinkellers mit Informationen durch den Inhaber, Bernd Schäfer. Durch Horst Helf besteht schon lange die Möglichkeit, Weine aus diesem prämierten Betrieb zu beziehen. Für Mittwoch vormittag war die Entscheidung zur Besichtigung des Schuhmuseums in Hauenstein gefallen. Eine sehr informative Führung durch die verschiedenen Stationen der Herstellung und der Geschichte dieses Ortes, der seit 1886 von der Schuhherstellung geprägt wurde. Das 20 km entfernte Pirmasens war das Vorbild. Bis dahin hatten die Hauensteiner nur als Zulieferanten fungiert. Damals aber wollten die Brüder Carl-August und Anton Seibel selber Schuhe herstellen. Das war der Beginn des Aufschwungs, an deren Ende bis zu 14 Schuhfabriken standen – heute gibt es nur noch eine! Aber eine ähnliche Entwicklung hat auch Pirmasens hinter sich. Im Schuhmuseum waren u.a. mit der Ernst-Tillmann-Sammlung über 3.500 Paar Schuhe aus vielen Jahrhunderten zu bewundern, sowie die Schuhe berühmter und bekannter Persönlichkeiten zu sehen. Es waren sehr informative 90 Minuten und mancher wäre gern noch etwas länger geblieben. Mit einem Besuch in einem der vielen Schuhgeschäfte im Ort wurde der Besuch in Hauenstein fortgesetzt. Aber die Zeit wurde knapp, die Busse standen bereit, denn am Abend sollte unser Konzertauftritt folgen.

Gegen 18:00 Uhr betraten wir den „Kurpfalzsaal“ in Edenkoben, um uns einzusingen und die bereitgestellten Brötchen zu genießen. Um 19:30 Uhr sollte das Herbstkonzert vom Volkschor Edenkoben 1871 e.V. beginnen. Der Saal war ausverkauft, als die 1. Vorsitzende, Heidelore Keim-Nolzen, nach dem Pfälzer Sängerspruch, den der ganze Saal mitsang, und dem Lied „Freunde, die ihr seid gekommen“ die erwartungsfrohen Zuhörer willkommen hieß und den PCH auf die Bühne bat. Wir begannen mit dem Lied „Wenn ich ein Glöcklein wär‘“ und setzten unseren Part mit weiteren besinnlichen Liedern fort, bei denen wieder Rainer Maerz und Walter Wozny mit dem Solo der „12 Räuber“ glänzten. Bei dem Bühnenwechsel gab es noch Grußworte vom Stadtbürgermeister, Werner Kastner, und der 16jährigen Weinprinzessin, Christine II., die mit Ihrer launigen Ansprache viel Beifall erntete. Der inzwischen auf der Bühne erschienene Volkschor, der von Hartmut Hetterich geleitet wurde, intonierte zwei fröhliche Lieder aus der Pfalz. Der 2. Block des PCH begann mit dem Echo-Chor der Zigeuner „Im Wald“. Das „Echo“ stand an der Rückseite des Saales und brachte das Stück wirkungsvoll zur Geltung. Somit waren die Zuhörer eingestimmt auf die folgenden Opernchöre und als Schluss auf des „Schäfers Sonntagslied“. Der zweite Teil des Abends stand für den PCH unter dem Motto Hamburg und die Seefahrt. Maritimes Flair kam auf, als mit Akkordeonbegleitung Shanties und Seemannsliedern in unserem Outfit „Seemann weiß“ erklangen. Peter Jonsson sagte, wie schon im ersten Teil, die Lieder an, die er mit spaßigen Überleitungen garnierte. Unser gut gelaunter Chorleiter, Kazuo Kanemaki forderte das Publikum wiederholt zum Mitsingen und Mitklatschen auf und erntete viele Lacher, als er den Inhalt des japanischen Liedes „ßolan bushi“ erklärte. Zwischen dem 3. und 4. Block des PCH sangen die Frauen und Männer des Volkschores ihre stimmungsvollen Lieder. „Komm‘ doch mal nach Hamburg“, mit dieser Einladung zu einem Gegenbesuch in Hamburg verabschiedete sich der PCH vom begeisterten Publikum in Edenkoben. Nach zwei Zugaben ging ein wunderschöner Abend zu Ende.

Bei der Abreise am Donnerstag morgen zogen zum ersten Mal seit einer Woche graue Wolken auf. Als wir die Mannschaft der Sportschule mit einem Abschiedslied auf dem Vorplatz erfreuten, glaubten wir zwei feuchte Augen im Gesicht unseres guten Geistes „Didi“ zu sehen. Hatte es ihm mit uns ebenso gut gefallen, wie es uns in der Sportschule und in Edenkoben mit ihm gefallen hat? Wir haben diese sonnige Woche jedenfalls in vollen Zügen genießen können.

Entwurf 85X200Lb

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