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Mit dem Schwarzmeer Kosaken-Chor „in concert“                     30.08.2009

Über ein Jahr dauerte es von der ersten Anfrage bis zur Realisation des gemeinsamen Konzertes in der ev.-luth. Hauptkirche St. Trinitatis in Hamburg-Altona am 30.08.2009. Und was für ein Konzert! Durch die Sommerpause war die sangliche Vorbereitungszeit für den PCH etwas kurz geraten, aber unser Chorleiter, Kazuo Kanemaki, machte uns auf den Punkt fit. Um den großen Stimmen des Schwarzmeer Kosaken-Chores (SKC) ein Pendant entgegenzusetzen, hatte sich der Musikausschuss für besinnliche Chorstücke entschieden. Wie sich zeigen sollte, war das genau der Kontrapunkt zu den Vorträgen des SKC.

Doch zunächst begrüßte Herr Manfred Seebauer die Mitwirkenden und die Zuhörer in der gut gefüllten St. Trinitatis Kirche. Als Mitglied des Kirchenvorstandes und in Vertretung von Pastor Fridetzky gab er einen kleinen Abriss über die Geschichte der Kirche. Erbaut wurde sie 1649/50. Der Turm wurde jedoch schon nach 40 Jahren abgerissen und von Jacob Bläser neu errichtet. 70 m hoch und der Turmspitze von St. Katharinen ähnlich, sollte er den Hamburger Türmen Konkurrenz machen. Das Kirchenschiff wurde dann 1742/43 neu erbaut und diente bis zur Zerstörung durch Bomben am 24.07.1943 als Hauptkirche in Altona. Ab 1958 erfolgte der Wiederaufbau mit einem kreuzförmigen Kirchenschiff, das von dem ebenerdigen, zentralen Altar und einer Orgelgalerie dominiert wird. Besonders hervorzuheben ist hierbei das einzige historische Ausstattungsstück, das auf einer neu geschaffenen Kreuzsäule errichtetes Kruzifix mit einem lächelnden Jesus. Diese Darstellung ist im europäischen Raum einzigartig.

In dieser stimmungsvollen Atmosphäre begann der PCH das Konzert mit dem „Glöcklein“. Die Augen unseres Chorleiters strahlten und zwei Daumen gingen nach oben als der Schlussakkord verklungen war. So fein und rein hatte das Glöcklein lange nicht mehr geklungen. „Die Nacht“ von F. Schubert, das „Largo“ von G.F. Händel und „Im Abendrot“ von F. Schubert rundeten diesen ruhigen Teil ab. Alle Lieder klagen in diesem Kirchenraum besonders eindrucksvoll und wurden jeweils mit herzlichem Applaus bedacht.

Nun war es Zeit für den SKC mit seinen zehn Sängern aufzutreten. Voran Peter Orloff als Atamann (= früher Kosakenführer), der den traditionellen Chor seit 1993 leitet. Es gibt viele Don Kosaken-Chöre, aber nur einen Schwarzmeer Kosaken-Chor, betonte er in seiner Begrüßung. Als Solist im SKC erlangte Ivan Rebroff Weltruhm. Vom Tenor über den Bariton bis hin zu den Bässen ist jeder der Sänger ein exzellenter Solist. Stimmen so schön und groß wie Russland. Das wurde bei den folgenden Liedern deutlich. Die Jubiläums-Tournee 2009 begann mit dem Teil „Heiliges Russland – aus der russ.-orthodoxen Liturgie“. Dazu muss man wissen, dass der Vater von Peter Orloff, der Theologe und Sohn eines Zarengenerals, Nikolai Orloff, den Chor 1938 gründete und über 30 Jahre leitete. Alle Mitglieder sind tiefgläubige Christen, die ihre Stimmen dem Dienst an Gott und den Menschen geweiht haben. Insofern ist der SKC für Peter Orloff Vermächtnis und Verpflichtung zugleich. Peter Orloff hat von sich selbst einmal gesagt: „Ich habe ein deutsches Herz und eine russische Seele.“ Das spürte man in seinen

Überleitungen. Fast alle Choräle oder liturgischen Gesänge hatten einen Soloteil, der tief beeindruckte und uns die Seele Russlands näherbrachte.

Nach der Pause nahm der PCH wieder Aufstellung, um das erwartungsfrohe Publikum mit vier Liedern zu begeistern. In „Schäfers Sonntagslied“ mit dem gewaltigen Beginn „Das ist der Tag des Herrn“ und je zwei Solisten aus den vier Stimmen im leiseren Teil, zeigte der PCH was in ihm steckt. Die “Serenade“ und aus der „Zauberflöte“ von W.A.Mozart der Chor der Pilger führte das Publikum zum letzten Lied „Landerkennung“ von E. Grieg. Der Solopart wurde von unseren Sangesfreunden Rainer Maerz und Walter Wozny so gefühlvoll herübergebracht, dass das Publikum am Ende unseres Teils begeistert applaudierte.

Hatte der SKC im ersten Teil schwarze Kittel getragen, so erschienen sie jetzt mit weißen Kitteln auf der Empore, um im zweiten Teil traditionelle russische Volksweisen und Balladen in den Originalversionen zu singen, wie sie seit Jahrhunderten gesungen werden. Hier wurde die ganze Bandbreite des Könnens und des Stimmumfangs der einzelnen Mitglieder besonders deutlich. Klar und ohne Timbre kamen die Töne, ob sie nun mit der Kopfstimme die höchsten Höhen erklommen oder mit dem tiefsten Bass das Kirchenschiff vibrieren ließen. „Abendglocken“,

„Kalinka“, „Die Legende von den 12 Räubern“, „Lied der Wolgaschlepper“ und so weiter jagten den Zuhörern manchen Schauer über den Rücken, die begeistert klatschten und nicht genug bekamen. All dies wurde mit leichter Hand von dem Dirigenten und exzellenten Tenor, Stoyan Malinow, geleitet. Zum Abschied sangen alle gemeinsam „Guten Abend, gut‘ Nacht“. Es war ein eindrucksvoller Abend, der allen, Mitwirkenden und Publikum sehr viel gegeben hat. Der PCH hat sich in dieser Konstellation gut geschlagen, was sich aus den Worten des Dirigenten entnehmen ließ: „Was singt ihr bloß für schwierige Lieder!“ Und dass diese auch noch fast perfekt zu Gehör gebracht wurden, verdanken wir unserem Chorleiter, Kazuo Kanemaki.

Peter Orloff ist gemeinhin mehr als Schlagersänger und Produzent bekannt. So schrieb er z.B. „Du“ für Peter Maffay oder für Bernd Clüver „Der Junge mit der Mundharmonika“, dann „Der kleine Prinz“, „Schau mal herein“ oder „Silvermoon Baby“ und noch viele mehr. Das zeigt die Vielseitigkeit dieses Künstlers, der beiden Genres in eindrucksvoller Weise gerecht wird. Wir durften an diesem Abend sein klassisches Talent bewundern.

Entwurf 85X200Lb

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