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 Mit den Schwarzmeer Kosaken in der Trinitatis-Kirche                            11. Februar 2018

Fast könnte man von einem Heimspiel sprechen, wenn der Polizeichor Hamburg in der Trinitatis-Kirche auftritt. Denn schon oft waren wir Gäste in dieser 1649/50 erbauten Kirche. Der Turm wurde jedoch schon nach 40 Jahren abgerissen und von Jacob Bläser neu errichtet. 70 m hoch und der Turmspitze von St. Katharinen ähnlich, sollte er den Hamburger Türmen Konkurrenz machen. Das Kirchenschiff wurde dann 1742/43 neu errichtet und diente bis zur Zerstörung durch Bomben am 24.07.1943 als Hauptkirche in Altona. Ab 1958 erfolgte der Wiederaufbau mit einem kreuzförmigen Kirchenschiff, das von dem ebenerdigen, zentralen Altar und einer Orgelgalerie dominiert wird. Besonders hervorzuheben ist hierbei das einzige historische Ausstattungsstück, das auf einer neu geschaffenen Kreuzsäule errichtete Kruzifix mit einem lächelnden Jesus. Diese Darstellung ist im europäischen Raum einzigartig. Collage Trinitatis 0218

In dieser stimmungsvollen Atmosphäre sollten wir mit dem Schwarzmeer Kosaken-Chor (SKC) von Peter Orloff ein Konzert geben. Wie bereits 2009 und 2011, so auch 2018. Wie kann man so einem stimmgewaltigen Solisten-Chor „Paroli“ bieten? Denn verstecken muss sich der PCH mit seinen 40 Sängern ganz gewiss nicht! So wurde im ersten Teil auf Kontrast gesetzt, den Kazuo Kanemaki und Masanori Hosaka dirigierten. Am Flügel begleitete wie immer professionell Jaerim Kim, die mit „Sehr gut“ gerade ihr Masterexamen im Fach Klavier an der „Hochschule für Musik und Theater“ in Hamburg abgelegt hatte. „Bridge over troubled water“ und „Only you“, gefolgt von „Die Rose“ und „You raise me up“ waren Melodien, die ins Ohr gingen. Den Schlusspunkt bildete „Amen!“ mit seinem sich ständig steigernden und variierenden Rhythmus. Die Zuhörer in der vollbesetzten Kirche waren begeistert und dankten mit einem lang anhaltenden Applaus für diese gelungenen Darbietungen.

Das betonten auch die Schwarzmeer-Kosaken, die nun von der Orgelempore mit erhobenen Daumen ihre Anerkennung für die musikalischen Darbietungen des Polizeichores zum Ausdruck brachten. Aus acht Sängern und drei Instrumentalisten besteht dieser russische Chor. Voran Peter Orloff als Ataman, (= früher Kosakenführer), der den traditionellen Chor seit 1993 leitet. Es gibt viele Don Kosaken-Chöre, aber nur einen Schwarzmeer Kosaken-Chor, betonte er in seiner Begrüßung. Vom Tenor über den Bariton bis hin zu den Bässen ist jeder der Sänger ein exzellenter Solist. Stimmen so schön und groß wie Russland; das wurde bei den folgenden Liedern deutlich. Ihr Auftritt begann mit dem Teil „Heiliges Russland – aus der russ.-orthodoxen Liturgie“. „Ein Chor der singend betet und betend singt.“ – das ist ihr Motto, mit dem sie das Publikum immer wieder, besonders mit ihren Soloeinlagen, mitrissen.

Nach der Pause war der Polizeichor mehr klassisch eingestimmt. Die erste Überraschung für die Zuhörer war der „Echochor“, bei dem aus einer Ecke der Kirche der Widerhall erschallte. Mit dem „Jägerchor“ und „O Isis, o Osiris“ folgten zwei bekannte Opernchorsätze. Lebensfroh wurde es mit dem Trinklied aus der Oper „Ernani“. Der Polizeichor beendete seine Darbietungen mit dem „Chor der Gefangenen“ aus der Beethoven-Oper „Fidelio“. Ein gelungener Auftritt, der die Besucher verzückte.

Hatte der Kosakenchor im ersten Teil schwarze Kittel getragen, so erschienen sie jetzt mit weißen Kitteln auf der Empore, um im zweiten Teil hauptsächlich traditionelle russische Volksweisen und Balladen zu singen. Aber auch der „Gefangenenchor“ aus „Nabucco“ und die „Petersburger Schlittenfahrt“ wurden intoniert. Hier wurde die ganze Bandbreite des Könnens und des Stimmumfangs der einzelnen Mitglieder besonders deutlich. Klar und ohne Timbre kamen die Töne, ob sie nun mit der Kopfstimme die höchsten Höhen erklommen oder mit dem tiefsten Bass das Kirchenschiff vibrieren ließen.

Zum Abschied sangen alle gemeinsam „Guten Abend, gut‘ Nacht“. Es war ein eindrucksvoller Nachmittag, der allen, Mitwirkenden und Publikum, sehr viel gegeben hat. Der Polizeichor Hamburg hat sich in dieser Konstellation gut geschlagen, was sich aus den Worten des Dirigenten der Schwarzmeerkosaken entnehmen ließ: „Was singt ihr bloß für schwierige Lieder!“ Dass diese auch noch perfekt zu Gehör gebracht wurden, verdanken wir unseren Chorleitern.

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